Energiewirtschaft : Enel expandiert
Nach Verkäufen von Beteiligungen und Tochtergesellschaften steht wieder Wachstum auf dem Programm.
Enel geht wieder auf Expansionskurs, doch auf andere Art als früher. Der italienische teilstaatliche Stromlieferent war in den vergangenen Jahren so stark in alle möglichen Richtungen gewachsen, dass die Verschuldung auf Rekordhoch stieg. Francesco Starace, der Vorgänger des heutigen Vorstandsvorsitzenden Flavio Cattaneo, galt als ökofreundlicher Visionär, doch weniger als scharfer Rechner. Unter der neuen Führung, die vor anderthalb Jahren mit dem Segen der Regierung Meloni antrat, herrscht nun ein schärferes Regime. Zuerst verkaufte der neue Enel-Chef Beteiligungen von Peru bis Rumänien, dann setzte er intern den Rotstift an, und nun kann er auf einer gesünderen Grundlage neues Wachstum anstreben. Dass sein Hauptaugenmerk bei den geplanten Investitionen der Modernisierung und dem Ausbau der Stromnetze gilt, vor allem in Italien, ist sinnvoll. Dieser Kernbereich der Energiewirtschaft erhält oft zu wenig Aufmerksamkeit, gerade auch unter politischen Entscheidungsträgern. Dabei sind in den Netzen große Effizienzreserven zu holen, die den Verbrauch senken. Die erneuerbaren Energien, deren Leistungskraft stark schwankt, brauchen eine flexiblere und gleichzeitig robustere Infrastruktur. Und Strommasten und -leitungen müssen für die neue Wetterrealität, also Stürme und Überschwemmungen, gerüstet werden.
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