Großsstreiks bei Royal Mail : Royale Klemme
Als Ex-Staatsunternehmen tut sich die Royal Mail schwer mit den aufstrebenden Konkurrenten. Ihr Großaktionär würde sie am liebsten zerschlagen.
Die mehr als fünfhundert Jahre alte Royal Mail steckt in einem strukturellen Dilemma: Das Briefgeschäft schrumpft und beschert dem britischen Postkonzern laufend Defizite. Das Paketgeschäft wächst, doch die Royal Mail ist nicht so agil wie einige neue Wettbewerber, die ihre Kuriere auch am Sonntag und bis spätabends zu Lieferfahrten ausschicken. Daher schrumpft auch hier der Marktanteil der ehemals königlichen Post. Die aktuellen Streiks von 115 000 Post-Angestellten zeigen, wie gut die Gewerkschaften bei der Royal Mail organisiert sind, anders als bei den Fahrern von Amazon, Hermes, DHL, UPS oder DPD. Als Ex-Staatsunternehmen tut sich die Royal Mail schwer mit den aufstrebenden Konkurrenten. Großaktionär Daniel Křetínský würde das Unternehmen am liebsten aufspalten. Das Filetstück, der hochprofitable internationale Paketdienst GLS, wäre allein wohl mehr wert als der Gesamtkonzern mit aktuell 2,5 Milliarden Pfund Börsenbewertung. Allerdings ist erkennbar, dass die Politik diese Pläne ausbremsen will. Im Spannungsfeld zwischen Staat, Gewerkschaften und Wettbewerb steckt die Royal Mail in keiner angenehmen Lage.
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