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Warnstreiks abgewendet : Bahn und Gewerkschaft EVG einigen sich auf 6,1 Prozent mehr Lohn

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Streikchaos am 10. Dezember 2019 am Bahnhof Stuttgart, als die EVG den Bahnverkehr für mehrere Stunden lahmlegte. Bild: dpa

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft EVG haben sich im Tarifkonflikt geeinigt. Die Löhne sollen in zwei Stufen um 6,1 Prozent steigen.

          Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft EVG haben ihren Tarifkonflikt beigelegt. Damit sind weitere Warnstreiks abgewendet. Weiter ungelöst ist jedoch der Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), die die Verhandlungen für gescheitert erklärt hat und zunächst in die Schlichtung müsste.

          Die Einigung zwischen der Bahn und EVG sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent in zwei Stufen vor. Zum 1. Juli 2019 sollen die Löhne um 3,5 Prozent steigen, ein Jahr später noch einmal um 2,6 Prozent, wie die EVG am Samstag in Berlin mitteilte. Zudem erhalten die Beschäftigten im Februar eine Einmalzahlung von 1000 Euro.

          „Unser Warnstreik hat eindeutige Signale gesendet“, erklärte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba am Samstagmorgen. „Wir wollten mehr Geld und eine kürzere Laufzeit als die von der DB AG angebotenen 34 Monate.“ Dies habe dank der „großartigen Beteiligung“ der EVG-Mitglieder am Arbeitskampf durchgesetzt werden können.

          Der Abschluss sei nun ein „wichtiges Zeichen der Wertschätzung für unsere Belegschaft“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler nach den viertägigen Verhandlungen in Berlin. Nun könne sich das Unternehmen mit ganzer Kraft darauf konzentrieren, die Agenda für eine bessere Bahn umzusetzen und bei Qualität und Pünktlichkeit besser zu werden.

          Warnstreik als Druckmittel

          Die EVG hatte am Montag ihre Forderungen mit einem mehrstündigen Warnstreik unterstrichen und damit bundesweit erhebliche Störungen im Zugverkehr verursacht. Sie vertritt rund 160 000 Bahn-Beschäftigte. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk über eine Einigung berichtet.

          Zum Auftakt vor zwei Monaten hatten die beiden Gewerkschaften 7,5 Prozent mehr Geld gefordert, die GDL für 24 Monate, die EVG nannte damals keine Wunschlaufzeit. Vor dem EVG-Warnstreik hatte die Bahn eine Einkommenserhöhung in zwei Stufen angeboten: 2,5 Prozent ab März 2019 und weitere 2,6 Prozent ab Januar 2020, dazu eine Einmalzahlung von 500 Euro, bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten.

          Die Bahn legte der EVG und der GDL dann am Mittwoch ein neues Angebot vor. Nach Angaben von GDL-Chef Claus Weselsky sah es in der ersten Stufe ein Lohnplus von 3,2 Prozent vor - jedoch bei einer Laufzeit von 34 Monaten. Je länger die Laufzeit eines Vertrages ist, desto geringer fällt die effektive Lohnerhöhung auf ein Jahr gesehen aus.

          Weselsky schloss am Freitag eine Schlichtung nicht mehr aus. Zu einem Streik darf die GDL nach geltender Vereinbarung erst nach dem Ende einer Schlichtung aufrufen.

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