Start-ups : Der wahre Härtetest kommt noch
Die deutsche Start-up-Szene hält sich für gut gewappnet gegen die anstehenden Krisen. Doch wie robust die Unternehmen tatsächlich sind, wird sich erst noch zeigen.
Zinswende, Inflation, Ukrainekrieg: Trotz großer Herausforderungen halten sich die deutschen Start-ups für robust aufgestellt. Das mag auf den aktuellen Zustand der Szene auch zutreffen. Sicherlich, Unternehmen wie der Essenslieferdienst Gorillas oder der E-Roller-Verleiher Tier mussten schon Mitarbeiter entlassen. Insgesamt jedoch steht der Bereich gut da – noch. Spätestens im Frühjahr 2023 könnte sich das ändern. Denn aktuell profitieren viele Start-ups noch von Finanzierungsrunden aus dem vergangenen Jahr, als Investoren noch bereitwillig Geld in jedes halbwegs vielversprechende Geschäftsmodell steckten. Fast sieben von zehn Start-ups brauchen in den kommenden zwölf Monaten frisches Kapital. Das wird es nicht immer geben. Insbesondere Geldgeber aus den Vereinigten Staaten schauen angesichts der Energiekrise gerade kritisch auf deutsche Start-ups. Zusätzlich wird die erwartete Rezession erst Anfang kommenden Jahres ihre Wirkung voll entfalten. Auf die Start-ups kommen schwierige Zeiten zu. Vielleicht tut da ein wenig schwäbische Ausgabendisziplin gut, wie sie die Start-up-Szene in Stuttgart vorlebt.
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