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Vox-Gründershow : Ein Ball elektrisiert die Löwen

  • -Aktualisiert am

Die fünf „Löwen“ von links nach rechts: Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Ralf Dümmel, Frank Thelen und Jochen Schweizer. Bild: Vox

Zum ersten Mal überzeugt eine Erfindung alle Investoren bei „Die Höhle der Löwen“. Dabei gibt es sie noch nicht einmal zu kaufen.

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          Am Dienstagabend erlebte die Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ eine Premiere: Alle fünf Jurymitglieder investieren zusammen in eine Erfindung - und zwar in den sogenannten „eBall“. Dieser ähnelt den beliebten Hoverboards. Der Clou: Statt auf zwei Rädern, fährt der eBall auf einer Kugel und erlaubt somit auch Seitwärtsbewegungen. Dabei waren die Investoren zunächst nicht allzu begeistert von der Erfindung des Esseners Uli Sambeth. Für 12,5 Prozent seines Unternehmens forderte er 500.000 Euro - und das ohne bislang auch nur einen Ball verkauft zu haben.

          „Als Geek blutet mein Herz, aber leider bin ich raus“, sagte Startup-Experte Frank Thelen. Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer zeigte sich von der Idee zwar angetan: „Sie haben eine echte Erfindung gemacht. Das kann eine Revolution werden“. Doch angesichts der fehlenden Kundschaft winkte auch er zunächst ab, ebenso wie seine Mitjuroren Jochen Schweizer und Ralf Dümmel.

          Erst als die einzige Frau in der Jury, Judith Williams, sich einschaltete, kam Bewegung in die Sache. „Ich glaube, Sie haben eine Millionenidee“, rühmte sie den Erfinder und tadelte ihre Kollegen: „Ich bin ein klein wenig enttäuscht von euch“. Um das Risiko zu teilen, schlug sie vor gemeinsame Sache zu machen: „Wie wäre es denn, wenn wir uns alle fünf zusammenschließen?“ Das überzeugte die Kollegen. Jeder wollte nun 100.000 Euro investieren. Zusammen boten sie Sambeth also eine halbe Million Euro für 50 Prozent seines Unternehmens an. Nach kurzer Beratung mit seinem elf Jahre alten Sohn schlug der Gründer zu.

          „Dieser Deal war das Beste, was dem eBall passieren konnte“, freute sich Sambeth im Nachhinein. Handelseinig wurde man sich allerdings erst kurz vor Ausstrahlung der Sendung, die bereits im Frühjahr aufgezeichnet wurde. Sambeth behält nun 51 Prozent der Anteile und somit die Mehrheit an seinem Unternehmen. „Eine 50/50 Lösung bereitete mir Bauchschmerzen. Es war eine großzügige Geste der Löwen“, sagte Sambeth gegenüber FAZ.NET.

          Die Kritikpunkte aus der Sendung – zu hohe Kosten, zu hohes Gewicht – konnte Sambeth seither beseitigen. So wurde das Gewicht auf 20 Kilo halbiert und durch neue Kontakte nach China konnten auch die Produktionskosten erheblich gesenkt werden. Zudem erkennt die Kugel das Gewicht des Fahrers nun automatisch. Bloß kaufen kann man den Ball nach wie vor nicht. Produkte aus der Löwen-Sendung kommen gerne am Tag nach der Ausstrahlung in die Läden, beim eBall reicht es nur zur Vorbestellung.

          Ab Juni 2017 soll die Kugel dann für 949 Euro erhältlich sein. Ob sich das Investment gelohnt hat, wird sich also frühestens in einem Jahr zeigen. Jochen Schweizer konstatiert für jetzt: „Kann klappen, kann auch nicht klappen. Aber 100.000 Euro auf eine Wette – kann man schon mal machen.“ Für die Sendung „Die Höhle der Löwen“ jedenfalls war der eBall definitiv ein Erfolg. Mit 3,2 Millionen Zuschauern verbuchte die Show einen neuen Zuschauerrekord.

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