„Übergewinnsteuer“ : Le Maires Pranger
Wo Gewinne sprudeln, sind Umverteilungsphantasien meist nicht weit.
Wo Gewinne sprudeln, sind Umverteilungsphantasien meist nicht weit. Auch in Frankreich werden die Rufe lauter, „Krisenprofiteure“ mit einer Sondersteuer zur Kasse zu bitten. Doch der Antrag von Linken und einigen Zentristen fand in keiner der Parlamentskammern eine Mehrheit, so bunt sie durch den Verlust der Regierungsmehrheit auch geworden sind. Man sei nicht in einen „pawlowschen Steuerreflex verfallen“, sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire – und beschrieb damit treffend, wie schnell die Fiskusfalle sonst zuschnappt. Ganz darauf verzichten, den Knüppel zu schwingen, will jedoch auch Le Maire nicht. Namentlich nannte er den Logistikkonzern CMA CGM und die Energieriesen Total oder Engie, die sich mit Rabatten an den „kollektiven Anstrengungen“ beteiligen sollen. Das haben die Genannten zuletzt schon getan, manch einer, wie Total, nachdem der Konzernchef ins Ministerium bestellt wurde. Die Steuer blieb diesmal in der Schublade, der Pranger aber hat nicht ausgedient. Gibt es guten und schlechten Gewinn?
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