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Immobilienkauf : So teuer sind Haus und Grund

  • -Aktualisiert am

Wohnhäuser in der Kölner Innenstadt spiegeln sich in einer Glasfassade. Bild: Picture-Alliance

Die SPD will Bodenbesitz stärker besteuern – dabei fallen dafür schon viele Steuern und Abgaben an. Wo lässt sich beim Hauskauf noch sparen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

          4 Min.

          Der Traum von den eigenen vier Wänden ist weit verbreitet. Doch in Deutschland wohnt nur etwa jeder Zweite in einem Haus, das ihm gehört. Weil die Immobilienpreise besonders in Großstädten gestiegen sind, sind Fragen des Wohnraums zu einem Faktor in Wahlkämpfen geworden. Die SPD will den Wertzuwachs von Grundstücken stärker besteuern und bringt dafür eine Bodenwertzuwachssteuer ins Spiel.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Ko-Vorsitzende der SPD, Norbert Walter-Borjans, sagte der F.A.Z., dass Kommunen mit dieser Steuer an enormen Zufallsgewinnen teilhaben können, die entstehen, wenn sie „aus Gewerbegebieten, aus landwirtschaftlicher Fläche oder sonst irgendetwas mit einer Umwidmung Bauland machen“. Gleichzeitig spricht er davon, Wohnen günstiger zu machen – „nicht nur für Mieter, sondern auch für Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden leben“. Dabei verteuern schon bisher viele Steuern und Abgaben das Wohnen, wie diese Übersicht zeigt.

          Welche Steuer zahlt der Käufer eines Grundstücks?

          Zunächst wird Grunderwerbsteuer fällig. Diese geht allerdings nicht an die Kommune, deren Einnahmen Walter-Borjans erhöhen will, sondern an das Bundesland, das über die Höhe der Steuer entscheidet. In Bayern und Sachsen sind es 3,5 Prozent der Kaufsumme, woanders mehr. In Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Thüringen und dem Saarland beträgt der Steuersatz 6,5 Prozent. Die Einnahmen daraus haben sich von rund 5 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf etwa 14 Milliarden Euro im Jahr 2018 beinahe verdreifacht. Geld erhält der Staat zudem, wenn der Verkäufer das Grundstück weniger als zehn Jahre besitzt und dort im gewissen Umfang nicht selbst gewohnt hat: Auf den Gewinn aus dem Immobiliengeschäft muss der Verkäufer dann Einkommensteuer zahlen.

          Fallen noch mehr Kosten an?

          Neben der Grunderwerbsteuer sind Notargebühren von rund einem Prozent des Kaufpreises zu zahlen. Für den Eintrag ins Grundbuchamt werden etwa 0,5 Prozent fällig. Ein Makler erhält für die Vermittlung einer Immobilie je nach Bundesland bis zu 7,15 Prozent der Kaufsumme. In den meisten Bundesländern teilen sich Käufer und Verkäufer die Makler-Rechnung. So steigen Steuern und Nebenkosten des Hauskaufs auf bis zu 15 Prozent der Kaufsumme.

          Wie lässt sich beim Hauskauf sparen?

          Wer kann, umgeht den Makler. Wer ein Haus selbst baut, zahlt in der Regel die Grunderwerbsteuer nur für das Grundstück. Dabei sollte der neue Eigentümer darauf achten, dass der Kauf des Grundstücks nichts mit dem Bau des Hauses zu tun hat: So sollte der Verkäufer nicht mit dem Bauunternehmen übereinstimmen. Nimmt das Finanzamt an, dass beide Vorgänge zusammengehören, verlangt es für den Hausbau auch Grunderwerbsteuer.

          Welche Steuern fallen für den Besitz an?

          Für jedes Grundstück ist Grundsteuer zu zahlen: Über deren Höhe entscheidet der Immobilienwert, die Steuermesszahl und vor allem der Hebesatz, den jede Gemeinde selbst festlegt. Die Einnahmen daraus erhält die Gemeinde. 2018 erzielten die Gemeinden mit etwa 14,2 Milliarden Euro laut Statistischem Bundesamt die bisher höchsten Grundsteuereinnahmen seit 1991. Davon entfallen 13,8 Milliarden Euro auf die Grundsteuer B für bebaute und bebaubare Grundstücke sowie 400 Millionen Euro auf die Grundsteuer A für Agrarflächen. Ein Vermieter kann diese Ausgaben mit der Nebenkostenabrechnung an den Mieter weiterreichen. Daher ist die Grundsteuer ein Kostenblock der Wohnausgaben.

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