FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Das Leben eines Hochstaplers :
„Die Exitstrategie war der Suizid“

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„Ein Narzisst“, sagt Moritz, „hat per se zu wenig Selbstliebe. Er braucht die Bestätigung von jemand anderem. Der vulnerable tut das durch Unterwürfigkeit oder durch Anbiederung, der grandiose durch ein Schauspiel.“
„Ein Narzisst“, sagt Moritz, „hat per se zu wenig Selbstliebe. Er braucht die Bestätigung von jemand anderem. Der vulnerable tut das durch Unterwürfigkeit oder durch Anbiederung, der grandiose durch ein Schauspiel.“REUTERS

Moritz arbeitet jahrelang als Spitzenanwalt in einer renommierten Großkanzlei. Ein Studium hat er nie abgeschlossen: Seine Examen fälschte er. Von einem Treffen – und der Genese einer großen Lebenslüge.

Als die Polizei morgens um 6.45 Uhr ins Haus kam, stand seine Frau im Schlafzimmer, den gemeinsamen Sohn in den Armen. Nichts ahnend, was hier vor sich geht. So erinnert sich Moritz Jahre später. Fünf bis sechs Polizisten waren es und die Staatsanwältin. Die Behörden waren seinetwegen gekommen an jenem Tag im Herbst 2019. Hatten schon länger im Hintergrund ermittelt. Bis zuletzt hatte Moritz gebetet, dass er noch ein weiteres Mal durchkommt. Doch im Grunde wusste er schon länger: Sein Betrug war aufgeflogen.

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