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Isabel dos Santos : Afrikas reichste Frau ringt um Bank in Portugal

  • Aktualisiert am

Isabel dos Santos Bild: dpa

Eine Übernahmeofferte wie aus dem Bilderbuch: Das Angebot der spanischen Großbank CaixaBank für Portugals viertgrößtes Geldinstitut BPI schien glatt über die Bühne zu gehen. Aber dann trat eine afrikanische Milliardärin auf den Plan.

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          Isabel dos Santos gilt als eine zurückhaltende Unternehmerin. Mit ihrer diskreten Art baute die Tochter des angolanischen Staatspräsidenten José Eduardo dos Santos ein Wirtschaftsimperium mit einem Netz vom Firmenbeteiligungen auf. In Angolas früherer Kolonialmacht Portugal gehört die 41-Jährige mittlerweile zu den einflussreichsten Unternehmerinnen. Die amerikanische Zeitschrift „Forbes“ kürte sie vor zwei Jahren zur ersten Dollar-Milliardärin in Afrika und führt sie als die reichste Frau des Kontinents.

          In der portugiesischen Finanzwelt sorgte die Geschäftsfrau, die die Öffentlichkeit meidet und kaum Interviews gibt, für einen Überraschungscoup. Sie torpedierte eine milliardenschwere Übernahmeofferte der spanischen CaixaBank für das viertgrößte portugiesische Geldinstitut BPI. Die katalanische Großbank, die bereits 44,1 Prozent der BPI-Anteile hält, hatte ein Angebot zur Übernahme des Gesamtkapitals vorgelegt.

          Die Offerte sah aus wie ein Bilderbuch-Angebot, aber die Präsidententochter, mit 18,6 Prozent zweitgrößte Anteilseignerin von BPI, machte der CaixaBank einen Strich durch die Rechnung. Sie lehnte die Offerte ab und schlug im Gegenzug vor, die BPI solle mit Portugals zweitgrößter Bank Millennium BCP fusionieren.

          Portugals Banken im Umbruch

          Die „angolanische Prinzessin“, wie Isabel dos Santos zuweilen genannt wird, wuchs in London auf und begann ihre Karriere als Geschäftsfrau mit 24 Jahren im diamanten- und erdölreichen Angola. Sie eröffnete den ersten Nachtclub des Landes und gründete eine Firma, die in Luanda den Auftrag zur „Reinigung und Desinfektion“ der Hauptstadt erhielt. In Portugal investierte sie in Banken sowie in Unternehmen der Mineralölindustrie, der Telekommunikation und der Medien. Im November 2014 griff sie gar nach Portugal Telecom, zog ihre Offerte aber wenig später zurück.

          Im Gerangel mit der CaixaBank um die BPI präsentierte sie sich als eine Wahrerin der Interessen Portugals, die sich den Expansionsbestrebungen der Spanier entgegenstellt. Aus der von ihr vorgeschlagenen Fusion von BPI und Millennium BCP ginge das größte Geldhaus Portugals hervor. Es stünde allerdings unter einem starken angolanischen Einfluss. Einer der Hauptaktionäre von Millennium BCP ist Angolas staatlicher Mineralölkonzern Sonangol, in dem der Vater von Isabel dos Santos ein wichtiges Wort mitzureden hat.

          Die CaixaBank könnte auch ohne Zustimmung von Isabel dos Santos mehr als 50 Prozent der BPI-Anteile übernehmen. Die Katalanen knüpften ihre Offerte jedoch an die Bedingung, dass ihre Stimmrechte im Vorstand der Bank nicht mehr auf einen Höchstsatz von 20 Prozent beschränkt bleiben. Für eine Änderung dieser Regelung braucht die CaixaBank das Plazet der Angolanerin.

          Auf der Gegenseite erscheint eine Fusion von BPI und Millennium BCP als wenig wahrscheinlich. „Die Aufsichtsbehörden würden einem solchen Zusammenschluss hohe Hürden entgegenstellen, weil beide Banken während des EU-Rettungsprogramms für Portugal vom Staat Hilfen erhalten hatten“, schrieb die „Financial Times“. Vor ein paar Jahren war schon einmal der Versuch einer Fusion gescheitert. Die Spanier hielten ihre Offerte für BPI aufrecht. „Die Partie hat gerade erst begonnen“, sagte CaixaBank-Präsident Isidro Faisé.

          Portugals Banken befinden sich in einem Prozess des Umbruchs. Die Banco Novo, die aus dem zusammengebrochenen Geldhaus BES (Banco Espírito Santo) hervorgegangen ist, wird von vielen Interessenten umworben. Einer davon ist die BPI. Der anstehende Konzentrationsprozess dürfte dazu führen, dass zahlreiche Filialen geschlossen und Arbeitsplätze abgebaut werden. Die meisten portugiesischen Geldhäuser erwirtschafteten im vorigen Jahr Verluste.

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