Verbraucherpreise : Tückische Inflation

Im Juni ist die Inflationsrate in Deutschland wieder leicht gestiegen. Das liegt auch an einem statistischen Effekt. Dennoch gilt weiterhin: Die Arbeit der EZB ist noch nicht erledigt.
Wer gehofft hatte, mit der Kette von Zinserhöhungen der EZB werde die Inflationsrate jetzt von Monat zu Monat sinken, sieht sich enttäuscht. Zumindest in Deutschland ist die Rate im Juni sogar wieder gestiegen, auf 6,4 Prozent.
Dabei spielt allerdings ein statistischer Basiseffekt eine Rolle: 9-Euro-Ticket und Tankrabatt hatten im vorigen Jahr die Inflation von Juni an künstlich gedrosselt. Das lässt die Raten jetzt tendenziell höher ausfallen, weil die Preise aus diesem Jahr mit den gedrückten aus dem vorigen verglichen werden.
Das erklärt den Wiederanstieg der Rate zu einem erheblichen Teil. Es führt aber auch noch mal vor Augen: Staatseingriffe dieser Art wirken nur vorübergehend inflationssenkend, irgendwann kehrt sich das wieder um.
Die Juni-Inflationszahlen zeigen allerdings auch: Die Teuerung auf Jahressicht ist immer noch hoch, auch wenn manche Lebensmittel von Monat zu Monat wieder günstiger werden. Die Kerninflation, die Teuerung ohne Energie und Lebensmittel, lag bei 5,8 Prozent, weit oberhalb des langjährigen Durchschnitts. Die Arbeit der EZB ist noch nicht erledigt.






