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Finanziell abgehängte Frauen : Die Mutter der Ungleichheit

Im internationalen Vergleich steht Deutschland schlecht da: Mütter verdienen hierzulande in ihrem Berufsleben deutlich weniger als kinderlose Frauen. Bild: dpa

Beim Kinderkriegen geht es nicht in erster Linie ums Geld. Aber Kinderkriegen wird für Frauen immer unattraktiver, wenn das Geld fehlt. Dagegen kann etwas getan werden – von Unternehmen und der Politik.

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          Die Debatte um Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern wird in Deutschland falsch geführt. Ja, Frauen verdienen weniger als Männer. Trotz aller Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung gibt es noch immer sichtbare und unsichtbare Hürden, die selbst bestausgebildete Frauen daran hindern, in Unternehmen ganz nach oben zu kommen. Für die „Gender Pay Gap“, die vielzitierte Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, ist das aber nicht entscheidend.

          Denn die finanziell Abgehängten sind nicht die Frauen insgesamt, sondern vor allem die Mütter. Während kinderlose Frauen über das Berufsleben hinweg langsam zu den Männern aufschließen, wird der Abstand zu den Müttern trotz verbesserter Betreuungsangebote immer größer, zeigte jüngst eine Bertelsmann-Studie. Bekommt eine Frau heute ein Kind, verdient sie bis zur Rente demnach 43 Prozent weniger als eine Gleichaltrige ohne Nachwuchs. Bringt sie drei Kinder zur Welt, wächst die Lücke auf 68 Prozent. Das sind umgerechnet rund 420.000 Euro. Wer sich also um den Lohnrückstand der Frauen sorgt, der sollte sich zuallererst um den Lohnrückstand der Mütter sorgen.

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