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Affen-Affäre : VW beurlaubt Cheflobbyisten Thomas Steg

  • Aktualisiert am

Thomas Steg (links) mit VW-Chef Matthias Müller (rechts) Bild: dpa

Volkswagen zieht jetzt auch personelle Konsequenzen aus den umstrittenen Abgastests mit Affen: Cheflobbyist Thomas Steg muss gehen.

          Wegen des Skandals um fragwürdige Abgastests muss ein erster Manager bei Volkswagen den Hut nehmen. Thomas Steg, der für Außenbeziehungen und Nachhaltigkeit des Konzerns zuständig war, werde bis zur vollständigen Aufklärung der Vorgänge von seinen Aufgaben entbunden, teilte Volkswagen mit. Ein entsprechendes Angebot von Steg habe der Vorstand am Dienstag angenommen.

          Volkswagen sei dabei, die Arbeit der 2017 aufgelösten Forschungsvereinigung EUGT genau unter die Lupe zu nehmen und alle nötigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Steg habe erklärt, dass er die volle Verantwortung übernehme, erklärte Vorstandschef Matthias Müller. „Herr Steg hat erklärt, die volle Verantwortung zu übernehmen. Dies respektiere ich.“

          Im Mai 2013 sollen sich verschiedene Verantwortliche über die Möglichkeiten für eine neue Abgasstudie in Amerika ausgetauscht haben - allen voran der damalige Geschäftsführer der EUGT, Michael Spallek. Zu den Adressaten soll damals auch der frühere Regierungssprecher Thomas Steg gehört haben. Das wirft die Frage auf, ob womöglich sogar der Konzernvorstand, an den Steg regelmäßig berichtete, über die Planungen für die im Jahr 2014 durchgeführten Tierversuche an Affen informiert war. Der Konzern wies diese Darstellung am Montag zurück. „Die Studie war nicht Gegenstand einer Vorstandssitzung“, heißt es in einer Mitteilung.

          Der kommissarische Nachfolger steht schon fest

          Die Autoindustrie hatte Wissenschaftler eingespannt, um mit der von BMW, Daimler, VW und Bosch gegründeten Lobbyorganisation EUGT - der Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor - Gesundheitsgefahren von Dieselabgasen zu verharmlosen. Dabei waren auch Affen mehreren Tests ausgesetzt worden.

          Die Untersuchungen der Vorgänge sollten weiter mit Hochdruck vorangetrieben werden, teilte Volkswagen mit. Die Aufgaben Stegs übernehme kommissarisch Jens Hanefeld, verantwortlich für internationale und europäische Politik.

          Zuvor hatte Steg angekündigt, dass Volkswagen künftig auf Tierversuche verzichte. „Wir wollen Tierversuche für die Zukunft absolut ausschließen. Damit so etwas nicht noch einmal passiert“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Der Autobauer lasse prüfen, was nach den Versuchen mit den Affen geschehen sei, in welchem Zustand sie übergeben wurden und wie es ihnen heute gehe.

          Auch Konzernchef Müller hatte die Versuche als inakzeptabel bezeichnet. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte abermals vom Vorstand vollständige Aufklärung und personelle Konsequenzen - ohne Ansehen von Personen.

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