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Greetings aus New York : Zoff um Investor Bill Ackman

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Der Hedgefondsmanager sorgt beim Warenhauskonzern J.C. Penney für neue Aufregung. Das bringt zwar Kursgewinne, ärgert aber den Verwaltungsrat.

          2 Min.

          Der Hedgefondsmanager Bill Ackman gilt als einer unbequemsten Investoren in Amerika. Ebenso wie zum Beispiel Carl Icahn oder Dan Loeb ist er bekannt dafür, Druck auf Unternehmen auszuüben, an denen er Anteile hält. In diesem Jahr haben gleich zwei Unternehmen, an denen Ackman beteiligt ist, einen Führungswechsel nach dem gleichen Muster vollzogen: Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble und der Warenhausbetreiber J.C. Penney lösten ihre Vorstandschefs ab und brachten deren jeweilige Vorgänger zurück. Sowohl A.G. Lafley bei Procter & Gamble als auch Mike Ullman gelten als Übergangslösungen, auch wenn bei ihrer Berufung nicht explizit auf eine interimistische Natur ihrer Aufgabe hingewiesen wurde.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Bei J.C. Penney kann es Ackman nun aber offenbar nicht schnell genug gehen, den neuen alten Chef wieder loszuwerden. Ackman, der bei J.C. Penney im Verwaltungsrat sitzt, schrieb nach einem Bericht des Fernsehsenders CNBC einen Brief an die anderen Mitglieder des Gremiums und beklagte sich, dass die Suche nach einem Nachfolger zu langsam geht. Er forderte, sofort eine Liste mit Kandidaten zusammenzustellen und in spätestens 45 Tagen einen neuen Vorstandsvorsitzenden zu benennen. Der Bericht über Ackmans Brief bescherte dem Aktienkurs von J.C. Penney im späten Handel noch einen Schub um 7 Prozent.

          Zwei Seitenhiebe

          Ackmans Manöver kam aber bei den Kollegen im Verwaltungsrat gar nicht gut an. Nach Börsenschluss sagte das Gremium in einer Stellungnahme, Mike Ullman sei „die richtige Person, um J.C. Penney wieder aufzubauen.“ Die Suche nach einem anderen Vorstandsvorsitzenden habe zwar vor drei Wochen begonnen, aber sie werde „sorgfältig und überlegt“ sein. Im übrigen sei man „extrem enttäuscht“, dass der Brief von Ackman zur gleichen Zeit den Medien zuging wie den Adressaten im Verwaltungsrat.

          Und dann hatte der Verwaltungsrat noch zwei Seitenhiebe: einen auf Ackman und einen auf den vorherigen Vorstandsvorsitzenden Ron Johnson. Ackman habe die Kampagne angeführt, Johnson zu rekrutieren, unter dessen Führung sich das Geschäft „dramatisch verschlechtert“ habe. Johnson war vor seinem Wechsel zu J.C. Penney ein Superstar beim Elektronikkonzern Apple und war für dessen erfolgreiches Ladennetz zuständig.

          Groupon legt kräftig zu

          Neben J.C. Penney gab es an der Börse am Donnerstag noch einige andere große Gewinner. Besser als erwartete Quartalszahlen bescherten dem Rabattportal Groupon einen Kursgewinn von 22 Prozent, der Elektroautohersteller Tesla legte um 14 Prozent zu.

          Positive Konjunkturdaten aus China und vom amerikanischen Arbeitsmarkt halfen der Wall Street allgemein, zum ersten Mal in dieser Woche im Plus zu schließen. Der Dow-Jones-Index legte um 28 Punkte auf 15.498 Punkte zu, der S&P 500 kletterte um 7 Punkte auf 1697 Punkte, und der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 15 Punkte auf 3669 Punkte.

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