Schlusslicht :
Sozialer Sprengstoff

Lesezeit: 2 Min.
Musk, übernehmen Sie: Der Tesla-Gründer beim Produktionsstart in seiner neuen Fabrik in Grünheide.
Wo 100 Euro in einen Kleinwagen fließen, muss umgedacht werden. Gut, dass es Finanzminister Lindner gibt. Aber wer behält die armen Panzerknacker im Auge? Und warum kümmert sich Tesla nicht um Stuttgart 21?

Nach Helmen und Streuselkuchen liefert Deutschland jetzt doch noch 2000 Panzerfäuste an die Ukraine. Praktischerweise mit H-Kennzeichen, also steuerbefreit. Das hilft Herrn Selenskyj, schürt jedoch Neid. Mit feinem Gespür für Gerechtigkeit debattiert die deutsche Politik deshalb die ganze Woche, wie auch der hiesige Autofahrer entlastet werden kann. Es herrscht echte Not.

* * *

Nehmen wir nur die drei armen Geldautomatensprenger, die gerade in Meckenheim verhaftet wurden. Nicht nur haben übereifrige Polizisten deren Festsprengstoff an Ort und Stelle in die Luft gejagt. Denkt denn außer der Deutschen Umwelthilfe (gibt es die eigentlich noch?) niemand mehr an Feinstaub? Die investitionsfreudigen Gauner mussten auch noch einen „hochmotorisierten Wagen und 160 Liter Benzin“ finanzieren. Da sollte sich was zuschießen lassen, jetzt, da Maastricht selbst in der FDP nur noch eine Stadt in den Niederlanden ist.

* * *

Was geschieht, wenn sich der Staat nicht um alles kümmert und Initiative der Privatwirtschaft überlässt, sieht man in Brandenburg. Da hat eine amerikanische Firma namens Tesla einfach eine Fabrik hingestellt, sie liefert jetzt sogar Autos aus und schafft Arbeitsplätze. Zweieinhalb Jahre zwischen Antragstellung und Inbetriebnahme, das ist doch suspekt. Da sollte mal jemand hinschauen, der sich mit Projekten in Deutschland auskennt. Vielleicht einer der Manager des Berliner Flughafens. Oder jemand aus Stuttgart. Dort ging diese Woche die Meldung unter, dass der neue Bahnhof noch die eine oder andere Million mehr benötigt. Es ist auch nicht weiter bemerkenswert. Nur 25 Jahre Planung, und statt der avisierten 2,6 Milliarden wird Stuttgart 21 jetzt ein ganz klein wenig teurer. Von wegen, der Rubel rollt. In Stuttgart rollt der Euro, und zwar 9,2 Milliarden Stück davon.