https://www.faz.net/-gzg-9ds3u

Provokante Kunstaktion : Goldener Erdogan auf dem Platz der Deutschen Einheit

  • Aktualisiert am

Einen Monat vor Erdogans Deutschlandbesuch polarisiert eine goldene Statue des türkischen Präsidenten in Wiesbaden. Bild: Marcus Kaufhold

Eine goldene Statue des türkischen Präsidenten Erdogan in der Wiesbadener Innenstadt löst eine Kontroverse aus. Die Stadt spricht von provokanter Kunst im Zuge der Biennale. Nun meldet sich auch die AfD zu Wort.

          Auf dem Platz der Deutschen Einheit in Wiesbaden ist eine goldene Statue des umstrittenen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgestellt worden. Es handelt sich dabei um eine Aktion des Kunstfestivals Biennale, wie eine Sprecherin FAZ.NET bestätigte.

          Das Kunstobjekt habe die Intention zu provozieren und werde bis auf weiteres stehenbleiben. Die Landes- und Stadtpolizei sollen das Objekt beobachten. Die etwa vier Meter hohe Statue sei am Montagabend in der Innenstadt von Wiesbaden aufgestellt worden.

          Reaktionen aus der Politik

          Mehrere Politiker haben sich bereits zur Kunstaktion zur Wort gemeldet. So sieht Robert Lambrou, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD Hessen, in einer Presseerklärung die Statue als „passendes Symbol für die völlig verfehlte Integrationspolitik der Altparteien.“ Er kritisiert, dass in der Wiesbadener Innenstadt sich eine Parallelgesellschaft gebildet habe, die sich zu Erdogan als ihren wahren Präsidenten bekennen würde. Die hessische Europaministerin Lucia Puttrich kritisierte die Erdogan-Statue, da der türkische Präsident im Begriff sei Demokratie und Menschenrechte in seinem Heimatland abzuschaffen.

          Der Wiesbadener Staatstheater-Intendant Uwe Eric Laufenberg indes hat das Aufstellen der Statue als ein Statement für die freie Meinungsäußerung verteidigt. „Wir haben die Statue aufgestellt, um über Erdogan zu diskutieren“, sagte Laufenberg am Dienstag in Wiesbaden. „Das geht überall. Die Kunst ist dazu da, zu zeigen, wie es ist.“ Das sei nicht immer leicht zu verstehen. „Aber in einer Demokratie muss man alle Meinungen aushalten.“

          Eine Genehmigung für drei Monate

          Wie lange die etwa vier Meter hohe Statue in Wiesbadens Innenstadt stehen wird, sei noch unklar. „Wir haben eine Genehmigung für drei Monate.“ Es könne aber auch sein, dass sie zum Abschluss des Kunst- und Theaterfestivals Biennale an diesem Sonntag wieder verschwinden werde. Die Aktion fand im Rahmen des Festivals statt.

          Umstrittene Politik: Erdogan wird vorgeworfen, massiv gegen die Pressefreiheit in der Türkei zu verstoßen.

          Das Kunstfestival Biennale hatte am vergangenen Donnerstag in der hessischen Landeshauptstadt begonnen und geht noch bis Sonntag (2.9.). In diesem Jahr steht es unter dem Motto „Bad News.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gletscher Okjökull : Das Eis verlässt Island

          Die Gletscherschmelze ist ein eindrückliches Merkmal der Klimaerwärmung: Der einstige Gletscher Okjökull auf Island ist heute keiner mehr. Die isländische Ministerpräsidentin appelliert an die Weltgemeinschaft.
          In einem Gedenkgottesdienst nehmen Angehörige, Freunde und Nachbarn Abschied von dem achtjährigen Jungen

          Nach Frankfurter Gewaltat : Abschied von getötetem Achtjährigen

          Nach der grausamen Tat am Frankfurter Hauptbahnhof haben Angehörige, Freunde und Nachbarn in einem Gedenkgottesdienst Abschied von dem getöteten Jungen genommen. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier war anwesend.
          Angestellte von Google und Youtube beim Gay Pride Festival in San Francisco, Juni 2014

          Trump gegen Google : Man nennt es Meinungsfreiheit

          Ohne das Internet wäre Donald Trump wohl nicht amerikanischer Präsident geworden. Jetzt beschwert er sich über politische Ideologisierung bei Google. Aus dem Silicon Valley schallt es zurück.
          Im Jahr 2016 ist es in Kalkutta zwar noch wuseliger, aber die Anzahl der Läden und Fahrzeuge deuten auf einen Entwicklungsfortschritt hin.

          Wohlstand, Gesundheit, Bildung : Der Welt geht es immer besser

          Kurz bevor er starb, hat der schwedische Arzt Hans Rosling noch ein Buch geschrieben. Es hat eine zutiefst erschütternde These: Der Zustand der Welt verbessert sich, doch keiner bekommt es mit. Woran liegt das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.