https://www.faz.net/-gzg-9ths8

Busfahrerstreik in Hessen : Pendlern stehen chaotische Stunden bevor

  • Aktualisiert am

Hessens private Busfahrer streiken seit heute für mehr Gehalt und längere Pausen. Bild: dpa

Die Gewerkschaft Verdi fordert deutlich mehr Gehalt für Hessens Busfahrer. Pendler könnte der Streik diesmal besonders empfindlich treffen. In Frankfurt fahren zudem auch U- und Straßenbahnen nur eingeschränkt.

          1 Min.

          Pendlern in Hessen stehen vielerorts chaotische Stunden, möglicherweise sogar Tage bevor: Fahrer privater Busunternehmen sind am frühen Dienstagmorgen in einen unbefristeten Streik getreten. „Es ist alles wie geplant angelaufen“, sagte Ute Fritzel, Sprecherin von Verdi.

          Seit 2.30 Uhr beteiligen sich Busfahrer unter anderem in den Städten Frankfurt, Hanau, Fulda und Offenbach an dem Ausstand, wie Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel auf dpa-Anfrage sagte. Der Streik könnte Fahrgäste besonders hart treffen, weil die Gewerkschaft dieses Mal auch Fahrer kleinerer Unternehmen dazu aufrufen will, die Arbeit niederzulegen. Insgesamt seien heute laut Verdi-Sprecherin Fritzel etwa 20 bis 25 Städte in ganz Hessen betroffen. Mindestens 3000 Busfahrer würden demnach streiken. „Da ist schon viel Entschlossenheit zu sehen. Die Busfahrer fühlen sich bisher nicht ernstgenommen“, sagte Fritzel. Bestreikt werden unter anderem die Städte Frankfurt, Darmstadt, Fulda, Wiesbaden sowie der Main-Taunus-Kreis. Betroffene Städte, Landkreise und Gemeinden, listet der RMV auf.

          Informationen zu den Streiks in Nordhessen gibt es zudem beim NVV. 

          Auch in Frankfurt hat der Streik in den frühen Morgenstunden begonnen. Die städtische Verkehrsgesellschaft Traffiq teilte am Dienstagmorgen mit, dass 56 der 64 Frankfurter Buslinien von Betriebsbeginn an bestreikt werden. Ausgenommen seien nur einige städtische Buslinien und Busse des Schienenersatzverkehrs.

          Wegen einer Betriebsversammlung bei der Verkehrsgesellschaft VGF fahren zudem am Dienstag in Frankfurt während des Streiks der Busfahrer auch U- und Straßenbahnen nur eingeschränkt. Welche und wie viele U-Bahnen und Trams ausfallen, lasse sich nicht vorhersagen, sagte Klaus Linek von der lokalen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Am frühen Dienstagmorgen seien die Bahnen noch planmäßig gefahren. Fußballfans, die am Abend zum Länderspiel in die Commerzbank-Arena wollen, sollten laut Traffiq auf S-Bahnen ausweichen.

          Verdi verlangt für die rund 4400 privaten Busfahrer kräftige Lohnsteigerungen sowie mehr bezahlte Pausen und Urlaub. So soll das Grundgehalt nach dem Willen der Gewerkschaft von jetzt 13,50 Euro auf 16,60 Euro die Stunde erhöht werden. Die Arbeitgeberseite hatte sich angesichts der Forderungen zuletzt „ratlos“ gezeigt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein regierungskritischer Demonstrant und Polizisten stoßen während eines Protests in Beirut zusammen.

          Libanon : Zusammenstöße bei Protesten in Beirut

          Kurz bevor die Beratungen zur Neubesetzung des Ministerpräsidenten-Posten beginnen, ist es in der libanesischen Hauptstadt zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.