Rechtsmediziner fordert mehr Geld : „Zahlreiche Morde bleiben unerkannt“

In Hessen bleiben zahlreiche Morde unentdeckt - mit mehr Geld für die Arbeit bei der Leichenschau ließe sich das ändern, wie der Frankfurter Rechtsmediziner Verhoff meint. Zum Ärger von Minister Hahn.
Der Frankfurter Rechtsmediziner Marcel Verhoff hat von der neuen hessischen Landesregierung mehr Geld gefordert, um die Zahl unentdeckter Morde zu verringern. „Zahlreiche Tötungen und Morde werden vorwiegend aufgrund von Versäumnissen während der Leichenschau nicht entdeckt“, sagte der neue Direktor der Rechtsmedizin an der Frankfurter Uni-Klinik. „Den perfekten Mord gibt es nicht. Die Rechtsmedizin kann fast alles herausfinden, wenn man sie lässt“, sagte der 43 Jahre alte Professor.
Ist mehr Geld für die Ermittlungen von Todesursachen da, würden
auch mehr Tötungsdelikte erkannt. Das lasse aber die Aufklärungsquote sinken. „Das hört sich dann so an, als wären die Mittel falsch investiert.“ Nach Aussage Verhoffs braucht die Frankfurter Rechtsmedizin jährlich rund eine Million Euro mehr vom Land, um ihre Aufgaben erfüllen zu können.
Minister Hahn verärgert
In Gießen, das auch für Nordhessen zuständig ist, würden zudem etwa drei zusätzliche Arzt-Stellen gebraucht, sagte der Mediziner, der zuvor in Gießen gearbeitet hat. In Hessen gibt es nur diese beiden rechtsmedizinischen Institute.
Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) zeigte sich verärgert über die Kritik. „Das ist kein guter Einstand für den neuen Leiter. Ich bemühe mich seit zwei Jahren, Stadt, Justiz und Uni an einen Tisch zu bringen, um das Problem zu lösen“, erklärt Hahn. Er sieht vor allem die Stadt Frankfurt in der Pflicht.





