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Neuer Stadtteil geplant : Bis zu 8000 Wohnungen im Frankfurter Norden

Äcker zu Bauland: Wo heute noch Landwirte ihre Felder bewirtschaften, möchte Oberbürgermeister Feldmann in einigen Jahren Häuser wachsen sehen. Bild: Eilmes, Wolfgang

Ein neuer Stadtteil soll nach einem Vorschlag der Frankfurter SPD im Norden der Mainmetropole entstehen. Zwischen Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach sollen 8000 neue Wohnungen entstehen.

          Ein neuer Stadtteil soll nach einem Vorschlag der Frankfurter SPD im Norden der Mainmetropole entstehen. Auf dem zurzeit landwirtschaftlich genutzten Areal zwischen den Stadtteilen Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach könnten zwischen 4000 und 8000 neue Wohnungen entstehen, sagte SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling, der gestern zusammen mit Oberbürgermeister Peter Feldmann den Plan vorgestellt hat. 8000 bis 16 000 Menschen würden dort ein Dach über dem Kopf finden, glauben die beiden Sozialdemokraten.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Flächen westlich von Nieder-Erlenbach zählten zu den wenigen unbebauten Arealen in Frankfurt, die überhaupt noch als Bauland in Frage kämen, sagte Oesterling. Das Gebiet eigne sich nicht zuletzt deswegen, weil es relativ leicht an die bestehenden Verkehrsnetze angeschlossen werden könne. Im Norden sei eine Anbindung an die Umgehungsstraße von Nieder-Erlenbach (L 3008) schon vorhanden, im Süden sei ein Anschluss an die Autobahnen A 661 und A 5 möglich. Der Vorschlag sieht den Bau einer U-Bahn-Linie in den neuen Stadtteil vor, gedacht ist an eine Abzweigung von der Trasse der U 2 bis nach Nieder-Eschbach.

          Für das Wohl der Allgemeinheit

          Die SPD denkt an eine gemischte Bebauung der Fläche - auch Einfamilienhäuser soll es geben. „Es darf keine monolithische Siedlung werden“, sagte Oesterling. Zu einem Teil sollen die Bauten frei finanziert werden, zum anderen Teil über eine öffentliche Förderung. Das Projekt solle wie derzeit der neue Stadtteil Riedberg als städtebauliche Entwicklungsmaßnahme ausgewiesen werden.

          Laut Baugesetz sind derartige Projekte möglich, wenn sie dem Wohl der Allgemeinheit dienen und für die Entwicklung einer Gemeinde bedeutend sind. Im Frankfurter Fall müssten die Stadtverordneten das Vorhaben beschließen, das am Ende einheitlich geplant werden müsste. Finanziert würde es darüber, dass die Stadt die Grundstücke zu jenem Wert erwürbe, der ohne Aussicht auf die Entwicklungsmaßnahme zustande käme. Aus den Verkaufserlösen, darauf wies Feldmann gestern ausdrücklich hin, könnten die nötigen Schulen, Kindertagesstätten und Verkehrswege finanziert werden.

          „Wir müssen weitere Bauflächen ausweisen“

          Das Areal zwischen Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach (siehe Grafik) gehört derzeit überwiegend Landwirten und Stiftungen. Er sei sich bewusst, dass die Nutzung als Bauland den Verlust von landwirtschaftlichen Flächen nach sich zöge, sagte Oesterling. Es handele sich allerdings um ein flurbereinigtes Gebiet mit nur wenigen Bäumen und Sträuchern, das als reine Anbaufläche diene. Eine Schwierigkeit bestehe darin, dass es in der Regionalplanung als regionaler Grünzug ausgewiesen sei. Deshalb führe kein Weg daran vorbei, die Flächen aus dem Grünzug herauszunehmen, sagte Oesterling.

          Feldmann unterstützt den von der SPD vorgelegten Plan: „Wir müssen weitere Bauflächen ausweisen.“ Er erwarte von der Verwaltung, dass sie den Vorschlag wohlwollend prüfe. Denn Frankfurt leide unter einer Wohnungsnot und müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben, neuen Wohnraum schaffen. Möglich seien die Umwandlung von Büros in Wohnraum, die Verdichtung von bestehenden Stadtteilen und der Bau von Wohnungen im Umland. Doch Frankfurt müsse sich auch an die eigene Nase fassen und selbst neues Bauland ausweisen, sagte Feldmann. Für ihn sei nicht wichtig, von welcher Partei ein Vorschlag stamme. Er würde auch zu den Grünen kommen, wenn sie mit einer Idee für den Wohnungsbau aufwarteten.

          Der Oberbürgermeister rechnet mit Widerspruch, sollte der SPD-Plan verwirklicht werden. Man müsse sich zum Beispiel darauf einstellen, dass die betroffenen Bauern mit ihren Traktoren vor den Römer führen und protestierten. „Wir müssen die Konflikte aushalten“, sagte Feldmann.

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