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Nach den Feiertagen : Nordmann-Tannen an jeder Ecke

Wie abgesprochen: Nicht nur wie hier auf dem Riedberg haben sich vielerorts Sammelpunkte gebildet. Bild: Wonge Bergmann

Weihnachtsbäume wandern in die Tonnen, sie werden aber auch direkt abgeholt. Das gibt guten Kompost, aber auf den Straßen liegt viel zu lange viel Abgetakeltes.

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          Frankfurt mutiert dieser Tage von einer Stadt der Hochhäuser zu einer der Nordmann-Tannen. Kaum eine Straße, auf der nicht ein Exemplar eines abgetakelten Weihnachtsbaums auf dem Bürgersteig liegt, an einer Hauswand lehnt oder die Baumscheibe ziert. Vielerorts wirkt es, als hätten sich ganze Nachbarschaften abgesprochen, um einen gemeinsamen Sammelpunkt auszudeuten. Keine städtische Satzung könnte erreichen, dies besser und geräuschloser zu organisieren.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Drei Wochen, nachdem in vielen der insgesamt 413.000 Frankfurter Haushalten Weihnachten gefeiert wurde, scheint der größte Teil der eigens in Weihnachtsbaumkulturen gezogenen immergrünen Gehölze auf der Straße zu liegen. Passanten weisen darauf hin, dass die Baumreste derzeit in der Stadt nicht zu übersehen seien. Ein Baum lag sogar mitten auf der Straße, ob vom Wind verweht oder mutwillig dort hingeworfen, und behinderte den Radverkehr. Doch die Weihnachtsbäume tragen offenbar noch in diesem Zustand zu recht friedlicher Stimmung bei. Jedenfalls hat der Vorfall hat zu keiner größeren Empörung geführt.

          Auch die für den Müll zuständige Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) meldet in diesem Jahr „so gut wie keine Beschwerden“, wie FES-Mitarbeiter Stefan Röttele mitteilt. Offenbar haben sich die Frankfurter an das erstmals vor fünf Jahren gemachte Angebot gewöhnt, dass ihre Bäume nach einem genau festgelegen Fahrplan vor der Tür abgeholt werden. Dabei erstreckt sich der Tourenplan über drei Wochen. Die letzten, in diesem Jahr die Stadtteile Unterliederbach, Zeilsheim, Sindlingen und der Flughafen, sind erst am 28. Januar dran. Dann fahren dort die von der Stadt beauftragten Sperrmüllfahrzeuge vor, um alles aufzulesen.

          Weihnachtsbäume in den Biokompost

          Das erscheint doch ein relativ später Termin zu sein. Zumal man ja sieht, dass die Frankfurter ihrem eigenen Rhythmus folgen und die Bäume vor die Tür stellen, wenn sie nicht länger in besinnlicher Weihnachtsstimmung sein wollen. Bei der FES versichert man jedoch, dass man den Trend beobachtet habe, den Baum immer länger stehen zu lassen. Der Leiter der betrieblichen Planung der FES-Entsorgungslogistik, selbst Katholik, verweist zudem darauf, dass im katholischen Kirchenjahr die Weihnachtszeit schließlich erst mit Mariä Lichtmess am 2. Februar ende.

          Im vergangenen Jahr hat die FES den letzten Weihnachtsbaum am 17. Juni aufgelesen. Wer diesen Baum entsorgt hat, ist unbekannt. Ziel des Umweltamts ist es, so viele Bäume wie möglich in die Biokompostanlage im Osthafen zu fahren. Deshalb hatte man auch vor fünf Jahren die FES beauftragt, zusätzlich zum Hausmüll und der Biotonne auch das Angebot zu machen, die Weihnachtsbäume gesondert mit bis zur drei Sperrmüllfahrzeugen einzusammeln.

          „Nachgeschärfter“ Tourenplan

          Bis dahin war der größte Teil über die Hausmülltonne in der Verbrennungsanlage gelandet. Mittlerweile gelingt es nach Angaben der FES rund 60.000 der geschätzten 80.000 Tannenbäume, die geschmückt die Frankfurter an Heiligabend erfreuen, in der Anlage im Osthafen zu kompostieren, also zu recyclen.

          Man habe bei den Touren auch noch einmal „nachgeschärft“, heißt es. In Sachsenhausen soll es in der Vergangenheit zu Friktionen gekommen sein, da der nördliche Teil des Stadtteils gleich zu Beginn des Tourenplans, also am 8. Januar, seine Bäume abgefahren bekam, der südliche aber erst ganz zum Schluss. Nun liegen die Termine unmittelbar hintereinander und noch dazu mitten drin, in dem dreiwöchigen Zyklus.

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