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Hessische Handwerkskammer : Immer mehr Flüchtlinge unter den Lehrlingen

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Fleißig bei der Arbeit: Ein Flüchtling aus Afghanistan in der Produktion der Firma Energy Glas in Wolfhagen in Hessen. Bild: dpa

Ob Mechaniker, Bäcker oder Gärtner: Inzwischen lernen viele Menschen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea diese Berufe in Hessen. Grund dafür ist das Wegfallen einer gesetzlichen Hürde vor gut einem Jahr.

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          Die Zahl der Flüchtlinge unter den hessischen Lehrlingen ist binnen eines Jahres deutlich gestiegen. Das teilten die Handwerkskammern in Wiesbaden, Frankfurt und Kassel mit. Als möglichen Grund nannten sie, dass die Vorrangprüfung im August 2016 weggefallen ist. Die Bundesagentur für Arbeit prüfte bis dahin bei der Besetzung eines freien Arbeitsplatzes zuerst, ob eine Deutscher oder EU-Bürger den Job übernehmen könnte. Wenn sich dann niemand fand, war der Asylbewerber an der Reihe.

          Allein im Bezirk der Handwerkskammer Wiesbaden hat sich die Gesamtzahl der Lehrlinge aus acht Asylherkunftsländern zwischen Juli 2016 und Juli 2017 mehr als verdreifacht. Zuletzt waren in der Handwerksrolle knapp 150 Azubis aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien registriert. Vor allem bei den Lehrlingen aus Afghanistan habe es einen starken Zuwachs von 12 (2016) auf 63 (2017) gegeben, wie Kammersprecher Roman Peter mitteilte.

          Zahl der Azubis mehr als vervierfacht

          „Durch die vorläufige Aussetzung der Vorrangprüfung ist es für geflüchtete Menschen einfacher, in den Arbeitsmarkt einzusteigen“, resümierte Matthias Joseph von der Handwerkskammer Kassel. „Die gestiegenen Zahlen bei den Ausbildungsplätzen sind unter anderem ein Beleg dafür.“ Negative Auswirkungen seien aktuell nicht bekannt.

          Die Zahl der Lehrlinge aus den acht wichtigsten Herkunftsländern habe sich Ende Juli 2017 binnen eines Jahres mehr als vervierfacht (2016: 23, 2017: 108). Starke Zunahmen verzeichnete der Kammerbezirk Kassel bei Lehrlingen aus Afghanistan (2016: 7, 2017: 55), Eritrea (6/17) und Syrien (2/15).

          Betriebe sind bereit, Geflüchtete einzustellen

          Ähnlich sieht es für den gleichen Zeitraum beim Kammerbezirk Frankfurt-Rhein-Main aus. Während es im Sommer 2017 jeweils einen Azubi aus Syrien und Eritrea gab, sind es inzwischen 35 beziehungsweise 23. Die Zahl der Lehrlinge aus Afghanistan schnellte von 5 auf 95 in die Höhe, wie Sprecherin Patricia C. Borna mitteilte. Bei einer Umfrage unter den Betrieben habe sich eine eindeutige Bereitschaft gezeigt, Geflüchtete einzustellen.

          Laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit suchten im Juli noch rund 11.230 junge Menschen in Hessen einen Ausbildungsplatz, darunter 980 Flüchtlinge. Allerdings hätten 1170 junge Flüchtlinge bereits eine Stelle gefunden gehabt, teilte Sprecherin Angela Köth von der Regionaldirektion in Frankfurt mit.

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