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Flächenmangel in Frankfurt : Gewerbe nicht erwünscht

Künftig vielleicht ein Gewerbegebiet: Wiese an der Züricher Straße neben Ikea in Nieder-Eschbach. Bild: Helmut Fricke

Seit Jahren soll Frankfurt ein neues Gewerbegebiet bekommen, jetzt ist ein Areal in Nieder-Eschbach ausgeguckt. Warum ist es so schwierig, ausreichend Flächen für die Wirtschaft zu beschaffen?

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          Niemand soll sagen, dies sei das schönste Fleckchen der Stadt. Wer auf der Grünfläche entlang der Züricher Straße in Frankfurts Norden spazieren geht, sieht ständig die große blaue Wand von Ikea, er läuft unter einer Hochspannungsleitung, die Autobahn 5 ist nicht fern. Und doch: Die Bewohner des benachbarten Nieder-Eschbach hängen an der Wiese. Kaum war im Sommer 2020 bekanntgeworden, dass sich im Römer die Magistratsmitglieder von CDU, SPD und Grünen darauf verständigt hatten, daraus ein Gewerbegebiet zu machen, stand der Stadtteil auf den Barrikaden. Überrumpelt fühle man sich, hieß es parteiübergreifend, „nicht akzeptabel“ nannte Ortsvorsteher Ernst-Peter Müller (CDU) das Vorhaben. Im September demonstrierten mehrere hundert gegen die Pläne. Auch dass Nieder-Eschbach zugleich an anderer Stelle den seit langem erhofften „Grüngürtel-Park“ bekommen soll – das war im Magistrat die Bedingung der Grünen für die Zustimmung zum Gewerbegebiet gewesen –, beruhigte die Bewohner nicht.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Ihr Protest war nicht vergeblich. Mitte Januar legten die Koalitionspartner einen gemeinsamen Antrag für die Stadtverordnetenversammlung vor, der riesige Hürden für das Vorhaben aufstellt. Zunächst soll geprüft werden, ob das Areal als Gewerbegebiet planungsrechtlich überhaupt geeignet ist, vor allem auch mit Blick auf das Klima, die Landwirtschaft und zusätzlichen Verkehr. Dann muss nachgewiesen werden, ob es keine Alternativen gibt. Große Ansiedlungen wie Rechenzentren und großflächiger Einzelhandel sollen ausgeschlossen, bei kleineren Betrieben wiederum soll untersucht werden, ob sie nicht woanders unterkommen können.

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