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Eintracht Frankfurt : Die Gruppenphase fest im Blick

Begehrte Gesprächspartner: Armin Veh und Alexander Meier bei der Pressekonferenz in Baku. Bild: Jan Huebner

Eintracht Frankfurt will in Europa endlich wieder hoch hinaus. Beim Play-off-Hinspiel in Aserbaidschan gegen Karabach Agdam müssen die Hessen allerdings ohne die verletzten Schwegler und Jung auskommen.

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          Es war genau 8.44 Uhr am Mittwochmorgen, als die Sondermaschine LH 324 die Bodenhaftung verlor und sich auf den Weg nach Osten machte. Das Ziel der Frankfurter Sehnsuchtsträume: Baku. Spielstätte des aktuellen Meisterschaftszweiten Karabach Agdam, jener Fußballmannschaft, die sich an diesem Donnerstag anschickt, die Eintracht womöglich sportlich zu ärgern. Gelegenheit dazu gibt es für die aserbaidschanischen Kicker von 18 Uhr an (21 Uhr Ortszeit). Dann steigt das mit Spannung erwartete Play-off-Hinspiel (live im Hessenfernsehen und F.A.Z.-Liveticker von 17.50 Uhr an) um den Einzug in die sportlich und wirtschaftlich lukrative Gruppenphase, bei der mit Einnahmen von fünf Millionen Euro gerechnet werden darf. Die Eintracht-Verantwortlichen, die gemeinsam mit der Mannschaft, dem Trainer- und Betreuerteam, Fans, Journalisten, Sponsoren und wichtigen Partnern aus der Wirtschaft an Bord des Sonderflugzeugs saßen, gehen fest davon aus, die Hürde Karabach zu nehmen.

          Doch die Frankfurter dürfen gewarnt sein. Nicht nur, weil sie kaum Essentielles über den Klub aus dem Land am Kaspischen Meer wissen. Sondern auch, weil sie auf zwei angestammte Spitzenkräfte verzichten müssen. Hatte sich der verletzungsbedingte Ausfall von Rechtsverteidiger Sebastian Jung seit Tagen schon angedeutet, kommt die plötzliche Absage von Pirmin Schwegler überraschend. Doch augenscheinlich machte es wegen der Leistenprobleme des Schweizers keinen Sinn, mit an Bord der Sondermaschine zu sein. Der Frankfurter Spielstratege, der schon am Dienstag einem eigentlich zugesagten Treffen mit Pressevertretern ferngeblieben war, zog es daher vor, am Main zu bleiben und stattdessen ein leichtes Fitnessprogramm zu absolvieren. Dies tat der 26 Jahre alte Schwegler gemeinsam mit den beiden Neuzugängen Václav Kadlec und Marvin Bakalorz. Während Eintracht-Trainer Armin Veh darauf setzt, am Sonntag beim Bundesliga-Auswärtsspiel in Braunschweig wieder auf Schwegler zurückgreifen zu können, ist ein Einsatz des unter Adduktorenbeschwerden leidenden Jung weiter fraglich.

          Europapokal zuletzt vor 7 Jahren

          Die Eintracht und der Europapokal. Um für das Abenteuer 4000 Kilometer fern der Heimat gerüstet zu sein, hat Trainer Veh seine Mannschaft am Tag vor dem Duell mit Karabach auf die Prüfung eingestimmt. So gab es nach der Ankunft in der Hauptstadt Aserbaidschans ein erstes Training am Abend im Tofiq-Bahramov-Stadion.

          Auch in Istanbul wurde einst trainiert und gespielt. Es war der bislang letzte Europapokal-Ausflug der Eintracht und liegt schon sieben Jahre zurück. Damals war der Modus auf internationaler Fußballbühne noch ein wenig anders, denn die Frankfurter durften sich nach den erfolgreichen Qualifikationsspielen gegen den dänischen Spitzenklub Bröndby IF (4:0 und 2:2) lediglich vier weitere Male präsentieren. Zu Hause gab es zum Auftakt gegen U.S. Città di Palermo eine 1:2-Niederlage. Durch das 1:1 beim spanischen Vertreter Celta de Vigo und das anschließende torlose Remis vor heimischer Kulisse gegen Newcastle United war im Team des damaligen Trainers Friedhelm Funkel die Hoffnung groß, mit einem Sieg in der finalen Gruppenpartie bei Fenerbahçe Istanbul den Traum von weiteren Spielen auf europäischer Bühne in das Jahr 2007 mitzunehmen. Doch das 2:2, nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung am Bosporus, war zu wenig.

          Vereinschef geriet ins Schwärmen

          Gruppenspiele - die soll es 2013 für die Eintracht wieder geben. Dafür freilich muss der letztjährige Tabellensechste in den beiden Play-off-Spielen die Männer von Karabach Agdam entscheidend auf Distanz halten. Peter Fischer ist fest davon überzeugt. Der Präsident der Eintracht war schon damals bei den K.-o.-Duellen gegen die Dänen aus dem Kopenhagener Vorort Bröndby dabei und genoss die Rückkehr auf das internationale Parkett, das die Hessen davor zuletzt in der Saison 1994/1995 gegen Juventus Turin (1:1, 0:3) betreten hatten. „Prime Time, Tottenham“ - beim Plausch an der Bar in Kopenhagen geriet der Vereinschef geradezu ins Schwärmen. Immerhin: Statt Tottenham kam Newcastle.

          Sieben Jahre später kann Fischers Traum von Spielen gegen Tottenham Wirklichkeit werden. Die Engländer stehen ebenso wie die Eintracht in den Play-offs und bekommen es dort mit Dinamo Tiflis zu tun.

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