FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Ein Bayer auf dem Hessentag :
Was ist eigentlich die hessische Identität?

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Ruhezone: In der „Glückskirche“ auf dem Hessentag ist eine Installation mit Musik und Pflanzen aufgebaut.
Ruhezone: In der „Glückskirche“ auf dem Hessentag ist eine Installation mit Musik und Pflanzen aufgebaut.Michael Braunschädel

Jedes Bundesland hat seine Eigenheiten. Doch welche sind das? Wie findet man sie? Und wo? Unser Autor kommt vom Chiemsee und hat sich den Hessentag in Pfungstadt angeschaut – aus Sicht eines Bayern.

Ich bin ein Migrant, ein Wirtschaftsflüchtling. „Zuagroaste“ werden solche Menschen in der Sprache meines Volkes genannt. Ich bin erst Bayer, dann Deutscher. Am Chiemsee geboren, nur eine dreißigminütige Autofahrt von München entfernt aufgewachsen. Der Freistaat trieft vor Tradition, aus jeder einzelnen Pore entweicht das Brauchtum, eine „Leitkultur“ wurde 2016 in der Präambel des Integrationsgesetzes verankert. Es war die christlich-soziale Antwort auf die Geschehnisse zur Willkommenskultur im Jahr zuvor. Bürger hissen stolz auf die Landesflagge in ihren Gärten, die goldenen Löwen des Wappens brüllen im Wind. Selbst der Äther wird von den Bürgern beansprucht. Weiß-blau und schmerzhaft strahlend ist er, der „Himmel der Bayern“. Jeder Tag ist Bayerntag.

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