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Nebenwerte abermals vorne : Die besten Aktien aus Rhein-Main 2017

Fitmacher: Vorstandschef Stefan Rinck und Finanzvorstand Markus Ehret arbeiten an der dauerhaften Ertragswende von Singulus Bild: Firma

Wer auf Aktien schaut, der sieht sich zuerst den Dax an. Doch die Geschichte der Aktien von Unternehmen mit Sitz im Rhein-Main-Gebiet lehrt, die zweite und die dritte Börsenliga auf keinen Fall zu vernachlässigen. 2017 bildet keine Ausnahme.

          6 Min.

          Die Leiderprobte: Singulus AG

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, wie der Volksmund meint. Das gilt auch für den Kursverlauf von Singulus. Doch wie bei jedem Bild kommt es auch bei diesem Chart darauf an, welchen Ausschnitt der Betrachter wählt. Unser Chart zeichnet die Wertentwicklung des Mittelständlers mit Sitz in Kahl am Main seit Beginn dieses Jahres nach, schließlich geht es um die besten Aktien aus Rhein-Main 2017. Selbst gegen den Tec-Dax, dem das Unternehmen zu seinen Glanzzeiten angehörte und der dieses Jahr den Leitindex Dax abgehängt hat, sieht der Maschinenbauer in diesem Zeitraum gut aus. Ist er doch die klare Nummer eins im laufenden Jahr – und das mit weitem Abstand. Einen Kursgewinn von gut 220 Prozent erzielt kaum ein börsennotiertes Unternehmen innerhalb von zwölf Monaten. Dieses satte Plus dürfte, auch wenn es abgegriffen klingt, Balsam auf den Wunden der Anteilseigner von Singulus sein, aber nicht viel. Denn wer sich den langfristigen Kursverlauf des Wertpapiers mit der Kennnummer A1681X ansieht, erblickt so etwas wie den Chart des Grauens.

          Das hat mit dem Geschäftsmodell des Unternehmens und seinem Wandel zu tun. Singulus hat sich vor Jahren als Hersteller von Maschinen zur Produktion von CD, DVD und Bluray Disks einen guten Namen gemacht und es weltweit zum Marktführer gebracht. Wie Vorstandschef Stefan Rinck sagt, deckt die Firma weiter je nach Segment 95 bis 100 Prozent des Marktes ab. Allerdings verhehlt Rinck auch nicht, dass die genannten Märkte zusammengebrochen sind in Zeiten des verbreiteten Online-Streamings von Filmen. „Die Nachfrage fiel binnen drei Jahren von 100 auf null.“

          Bild: Bloomberg / F.A.Z.-Grafik

          Vor diesem Hintergrund hat Singulus über Jahre tiefrote Zahlen geschrieben, an der Börse zwischenzeitlich mehr als 95 Prozent des Wertes eingebüßt und erst nach allerlei Turbulenzen den Weg in eine hoffnungsvoll erscheinende Zukunft eingeschlagen. Dazu gehört eine neue Geschäftsstrategie, die jedoch auf den alten Stärken aufbaut. Der Mittelständler hat neue Maschinen entwickelt, die wie die CD- und DVD-Anlagen ein Werkstück beschichten können. Nur tragen sie nicht auf einer Silberscheibe eine hauchdünne Schicht auf. Vielmehr liefert Singulus nun auch Maschinen, die etwa Bauteile für die Kosmetikindustrie mit Metall beschichten können. Schon 2015 stellte das Unternehmen eine Anlage vor, die Teile vorbehandeln, im Vakuum mit Metall beschichten sowie lackieren und automatisch transportieren kann, wie es heißt.

          Rinck sieht auch Einsatzmöglichkeiten in der Medizintechnik. Im November kam passenderweise die Nachricht von einem Auftrag zur Lieferung einer Anlage, mit der Kontaktlinsen gereinigt und beschichtet werden können. Vor allem aber hat die 320 Mitarbeiter zählende Firma in China Maschinen verkauft, die für spezielle Solarzellen benötigt werden. In diesem Segment will Singulus Marktführer werden.

          Der Nischenspieler: Fintech Group AG

          Ist von Fintechs die Rede, kreisen die Gedanken zumeist um junge Firmen von Gründern. Den Vertretern der modernen Finanztechnologie, die mit viel Herzblut und mehr oder weniger Risikokapital in Gründerzentren an pfiffigen Sparmodellen und Online-Plattformen tüfteln. Insofern fällt die Fintech Group mit Sitz am Frankfurter Westhafen aus dem Rahmen. So ist das Unternehmen nicht mehr ganz so jung, wurde es doch schon 1999 ins Leben berufen.

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