Depeche Mode in Frankfurt : Zwei Herren spielen Luftgitarre zum Düster-Rock

Die englische Band Depeche Mode begeistert in der Frankfurter Commerzbank-Arena alle Generationen und Geschmäcker.
Angesichts selig singender, die Arme schwenkender Menschen im weiten Rund der Frankfurter Commerzbank-Arena mal kurz an den alten Willie Nelson gedacht. „Funny how time slips away“ heißt ein Song des Country-Haudegens. Wie flott und grundlegend sich doch die Zeiten ändern, zeigte jetzt eine kleine Beobachtung beim ausverkauften Depeche- Mode-Konzert. Da schwelgten zwei Herren, die von Kleidung, Haarschnitt und Habitus her eindeutig als Verehrer elektronischer Musik auszumachen waren, im Düster-Rock von „Barrel of a gun“ und spielten Luftgitarre dazu. So etwas wäre in den Anfangstagen von Depeche Mode undenkbar gewesen. Wer in den frühen achtziger Jahren der englischen Band lauschte, hatte mit Gitarren nichts am Hut. Umgekehrt konnte der Rockhörer mit der kalten Synthesizer-Avantgarde von Dave Gahan, Martin Gore und Andrew Fletcher nichts anfangen. Nun 30 Jahre später ausgerechnet bei dieser Band nicht nur alle Generationen, sondern auch fast alle Geschmäcker vereint zu sehen, ist ein hübscher Streich des Weltgeists, der sich auch noch den Spaß erlaubt, die früheren Elektroniker mit einem aktuellen Album namens „Delta Machine“ durch die Stadien der Welt ziehen zu lassen, das fast schon Bluesrock bietet.





