Coburg in Franken : Es geht um mehr als nur die Wurst

Die fränkische Stadt Coburg ist in der weiten Welt fast bekannter als in Deutschland. Das hat weniger mit ihren Fleischwaren als mit einem heiratsfreudigen Fürstenhaus zu tun.
Es ist der schönste Marktplatz Deutschlands, und das ist keine durch die legendären, auf diesem Platz verkauften Coburger Rostbratwürste manipulierte Aussage, sondern das Abstimmungsergebnis eines anerkannten Städteführers. Dieser Superlativ ist wenig verwunderlich, ist doch Coburg von den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs weitgehend verschont geblieben. An der Südseite des Marktplatzes prunkt das Stadthaus aus der Renaissance in Rot und Weiß, von Skulpturen übersät und von zwei mächtigen Erkern an den Ecken und vielen pseudorömischen Dreiecksgiebeln rhythmisiert. Es sind nicht irgendwelche Erker – in dieser Form, mehrgeschossig, mit tragender Säule unten und italienisierender „welscher Haube“ mit Schieferdeckung oben, gibt es sie nur hier, weshalb sie in der Architekturterminologie „Coburger Erker“ genannt werden. Man ist eben etwas Besonderes in Coburg.
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