Stierkampf in Spanien : Langsam stirbt der Tod am Nachmittag

Spaniens nationale Fiesta war die längste Zeit eine Wachstumsindustrie – die Jugend geht nicht mehr zum Stierkampf. Auch, weil die Tradition schlicht nicht mehr das ist, was sie über die Jahrhunderte war: eine Sache des Volkes.
Einmal noch, am Ostersonntag, schien die Welt des Stierkampfs in Ordnung. In der „Maestranza“ zu Sevilla, der Kathedrale der Tauromachie, hing am Kartenschalter das Schild „ausverkauft“. Drinnen hörte das Publikum die ersten Paso-doble-Klänge, sah die Rauchschwaden aus hundert Havannas aufsteigen und erhob sich wie ein Mann, als Juan Antonio Ruiz, genannt „Espartaco“, das Rund betrat.





