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Herzblatt-Geschichten : Der richtige Riecher

Dankbar für ein Geschenk, das sie sich schon so lange gewünscht hatte: Cathy Lugner. Bild: dpa

Was macht man, wenn man Streit mit seiner Frau hat? Man kauft ihr etwas Schönes. Zum Beispiel eine neue Nase. Dann kann man sich gemeinsam auch wieder in einem Plüschsessel fotografieren lassen – ganz in Gold gekleidet.

          3 Min.

          Vorige Woche ist Geschichte geschrieben worden, und wir hätten es fast nicht gemerkt. Nein, nicht in Amerika, sondern im Vatikan, denn da hat sich am Donnerstag laut Bunte ein „historischer Moment“ ereignet: Der Papst bekam einen Bambi. Genau, den Medienpreis des Burda-Verlags, den schon andere Persönlichkeiten des spirituellen Lebens wie Unheilig oder Bushido bekommen haben und nun eben Franziskus.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mit 13 Fotos feiert das Burda-Blatt Bunte den Besuch der Verlagsdelegation in Rom. Dort, erfahren wir, begrüßt Burda-CEO Kallen den Papst „voller Respekt“, Burda-Vorstand Welte „würdigt das Handeln des Papstes“, und Bunte-Herausgeberin Riekel „genießt den Moment“. Und nicht nur das: „Patricia Riekel ist angetan von der bescheiden-demütigen Aura des Papstes.“ Ob der Papst angetan war von der Aura der Burda-Leute, bleibt offen – ebenso wie die Frage, warum der neue Bunte-Chefredakteur nicht mitfahren durfte. Hatte er zuvor als Chef der Freizeitrevue einfach zu viele Sünden angehäuft?

          „Eine neue, schönere Nase“

          Und noch ein historischer Moment: „Was viele kaum zu hoffen wagten, wurde jetzt in der österreichischen Walzermetropole Wien wahr“, schreibt „Die neue Frau“ – was, ganz nebenbei, die Frage aufwirft, ob es wohl auch Walzerkleinstädte gibt. Nicht in der Tangometropole Buenos Aires, in der Charlestonmetropole Charleston oder in der Polonaisemetropole Blankenese jedenfalls, sondern in Wien haben sich das Society-Faktotum „Mörtel“ Lugner (84) und Gattin Cathy (26) „erneut versöhnt“, frohlockt „Die neue Frau“: „Er schenkte ihr ein Kuschelherz, überreichte ihr auf Knien einen Blumenstrauß. Und dann ließ sich das wiedervereinte Paar sogar in einem Plüschsessel ganz in Gold gekleidet fotografieren.“ Und all das, weil Mörtel Cathy etwas schenkte, was „sie sich schon so lange gewünscht hatte“ – nämlich „eine neue, schönere Nase“. Hoffen wir für Lugner, dass am Ende von Cathys Wunschzettel nicht ein neuer, schönerer Mann draufsteht.

          Schlappe 58 Lebensjahre Unterschied: Geschäftsmann Richard „Mörtel“ Lugner und Gattin Cathy.

          In eine ähnliche Kategorie fallen dürfte die Beziehung von Scooter-Brüller H.P. Baxxter (52) und seiner Lysann (26): „Shoppen verbindet uns am meisten“, lesen wir in der Bild-Zeitung. Schön, wenn eine Liebe auf einem soliden Fundament ruht, wie es etwa eine goldene Kreditkarte bietet; weniger schön, dass beide stets am Sonntag in ein emotionales Loch fallen dürften, welches sich mit ein paar Online-Käufen nur notdürftig stopfen lässt, bevor am Montagmorgen endlich die Geschäfte wieder öffnen.

          Schildkröten ausbuddeln in High-Heels

          Andere Werte stehen im Mittelpunkt der geplanten Doku-Soap von Nathalie Volk (immer noch 19) und ihrem Liebsten Frank Otto (immer noch 59): „Nathalie & Frank – Die Muse und das Meer“ soll von „Meereserwärmung, Überfischung, Plastikmüll und Erdölverschmutzung“ erzählen, weiß In. Nathalies Ex-Manager Steffen von der Beeck muss da „ein kleines bisschen schmunzeln – Nathalie in High Heels am Strand der Seychellen beim Schildkrötenbabys ausbuddeln – was für ein Motiv!“ Andererseits,, „gerade wenn zwei Dinge nicht zusammenpassen, kann das Resultat durchaus unterhaltsam sein“. Meint er Nathalie und die Schildkröten oder gar Nathalie und Frank? Oder spricht er von seiner eigenen Beziehung mit Jenny Elvers?

          Noch so ein Paar mit minimalem Altersunterschied: Frank Otto und das noch immer 19 Jahre alte Model Nathalie Volk

          Durchaus unterhaltsam auch, wie Das goldene Blatt seinen Fauxpas der vergangenen Woche zurechtzurücken sucht – als es auf dem Cover Prinz Harrys Vermählung mit Chelsy Davy verkündete, während der Rest der Welt längst wusste, dass Harry ganz offiziell mit Meghan Markle liiert ist. „Nichts ist, wie es war!“, schreibt das Blatt jetzt, fabuliert von einer „Blitz-Trennung“ und behauptet, dass Harry „plötzlich wieder der alte Lebemann“ sei. Und du, Goldenes Blatt, noch immer das alte Lügenblatt.

          Boxerin Regina Halmich klagt über Männer

          Wir Deutschen hingegen werden offenbar von einer Lebefrau regiert: „Eifersuchts-Drama im Kanzleramt – Angela Merkel – Ehe in Gefahr“, schreibt Frau aktuell. „Drei Männer buhlen um ihr Herz“, lesen wir: Horst Seehofer, der „auf Kuschel-Kurs“ sei, Winfried Kretschmann, der sie „heftig umgarnt“, und Jürgen Klinsmann, der sie „am liebsten mit nach Amerika nehmen“ würde. Der arme Joachim Sauer bleibe bei soviel illustrer Konkurrenz „auf der Strecke“.

          Sind das etwa verliebte Blicke? Angela Merkel und Horst Seehofer verstehen sich laut „Frau aktuell“ schon wieder so gut, dass die Ehe der Kanzlerin in Gefahr sei.

          Und als wäre das nicht schlimm genug, hat in Bild Franz Josef Wagner eine ganz eigene Erklärung parat, warum Merkel als Kanzlerin weitermachen muss: „Sie können jetzt nicht einfach in die Küche gehen und ihrem Mann ein Schnitzel braten. Sie müssen das Schnitzel für die Welt braten.“ Da ist sie nicht zu beneiden. Nicht nur muss das Ding gewaltig groß sein, es werden auch die Muslime kein Schwein und die Hindus kein Kalb wollen – und die AfD-Anhänger würden, statt was von Merkel zu schlucken, lieber ihren eigenen Arm essen.

          Ehemalige Boxerin Regina Halmich: Hat offenbar aufgrund ihrer Schlagfertigkeit wenig Erfolg bei den Männern.

          Auch nicht leicht hat es die ehemalige Boxerin Regina Halmich, die in Bunte über die Männer klagt: „Die schauen alle, aber keiner traut sich, mich anzusprechen.“ Und wenn doch, dann höre sie „immer wieder so Sprüche wie ,Bitte nicht schlagen‘, wenn ich jemanden kennenlerne. Da ist es bei mir schon vorbei.“ Sicher sie sei Boxweltmeisterin gewesen und habe „Stefan Raab bei unserem TV-Kampf die Nase gebrochen, aber so bin ich doch nicht privat!“ Nein, privat haut sie den Männern höchstens mal ein Veilchen.

          Kleiner Scherz, liebe Frau Halmich. Bitte nicht schlagen!

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