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Kameruns Königreiche : Den Thron behielt der deutsche Kaiser

Gelebte Tradition: Die Notabeln und der Hofstaat von Sultan Ibrahim Mbombo Njoya (Mitte) schreiten zur Freitagspredigt in Foumban. Bild: Rainer Hermann

In Kamerun gibt es bis heute mehr als 150 örtliche Herrscher. Einer der bedeutendsten ist Sultan Ibrahim Mbombo Njoya. Obwohl er sich dem Zentralstaat unterordnet, ist er bei seinem Volk populär. Ein Besuch.

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          Noch eine Stunde, ehe der Muezzin zum Freitagsgebet ruft. In ihren bunten, langen Gewändern schreiten die Notabeln des Königreichs Bamoun durch den Torbogen des Palasts. Njoya, der Großvater des heutigen Herrschers, hatte den dreistöckigen, mit Ziegeln gedeckten Backsteinbau von 1913 bis 1922 erbauen lassen, in der Zeit des Übergangs von den deutschen zu den französischen Kolonialherren im Westen Kameruns.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          In würdevollen Schritten passieren die Notabeln das Eisentor mit den beiden sich kreuzenden Schlangen, dem Symbol der Macht der Bamoun. Sie verkörpern die Fähigkeit, einen Krieg an zwei Fronten zu führen und auch zu gewinnen. Schließlich besteht das Königreich der Bamoun, das fast so groß ist wie Zypern und zwischen dem tropischen Regenwald Kameruns und der Savanne liegt, seit dem Jahr 1394. Es war bis 1884 unabhängig, dann kamen deutsche Kolonialbeamte, Händler und Farmer.

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