https://www.faz.net/-gum-8m7ch

Die Folgen für Billy Bush : Der Mann, der Trump anfeuerte

NBC-Moderator Billy Bush (hier im Studio) sagt, seine Äußerungen aus dem Jahr 2005 machten ihn betreten und beschämt. Bild: AP

Billy Bushs Karriere war gerade steil auf dem Weg nach oben. Das Skandal-Video aus dem Jahr 2005, in dem er Trumps Anekdoten applaudiert, bringt nun auch ihn in die Kritik.

          1 Min.

          Nicht nur Donald Trump wird gerade ein Video zum Verhängnis, das vor elf Jahren gedreht wurde. Trump zieht darin obszön über Frauen her, gibt sich als notorischer Womanizer und schildert, wie er eine verheiratete Frau sexuell belästigt hat. Der republikanische Präsidentschaftskandidat tat dies vor einer Fernsehaufzeichnung in einer Runde Männer. Und einer, der sehr laut mitjubelte, war Billy Bush.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Er ist der Cousin des ehemaligen Präsidenten George W. Bush und dem amerikanischen Fernsehpublikum als Interviewer von Hollywood-Stars bekannt. Für die Show „Access Hollywood“ drehte er 2005 auch mit Donald Trump jene verhängnisvolle Aufzeichnung, die nun als Skandal-Video Wellen schlägt. Bush feuert Trump dabei in seinen Erzählungen an („Whatever you want“) und drückt seine Bewunderung für dessen sexuelle Anekdoten aus („Yes, the Donald has scored!“).  

          Auf Bushs Facebookseite sind mittlerweile mehrere tausend Kommentare eingegangen. Frauen bezeichnen ihn als „Abschaum“ und „Schwein“. Eine Frau schreibt: „Ich frage mich, wie ihr euch fühlen würdet, wenn ihr zwei Männern zuhören müsstet, die so über eure Töchter reden.“

          Bush reagierte nach einem Bericht der New York Times mit einem Statement. Darin heißt es: „Ich bin betreten und beschämt. Es gibt keine Entschuldigung, aber das alles ereignete sich vor elf Jahren – ich war damals jünger, weniger reif und habe mich sehr dumm verhalten, in dem ich einfach mitgemacht habe.“

          Für den heute 44 Jahre alten Bush kommt die Affäre zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Er hat unlängst als Moderator in der geschichtsträchtigen Morgensendung „Today Show“ des Fernsehsenders NBC begonnen. Die Sendung hat täglich mehrere Millionen Zuschauer, Frauen zählen besonders zur Zielgruppe. Wie die New York Times berichtet, plane der Sender derzeit keine Disziplinarmaßnahmen gegen Bush. Offiziell wollte NBC zu der Thematik jedoch noch keine Stellung beziehen.

          Weitere Themen

          Trumps Schatten

          FAZ Plus Artikel: Rudy Giuliani : Trumps Schatten

          Rudy Giuliani hatte gehofft, Donald Trumps Außenminister zu werden. Stattdessen wurde er der Anwalt des Präsidenten. Spätestens in der Ukraine war das keine Privatangelegenheit mehr. Wie lange wird Trump seinem geltungssüchtigen Gefährten die Treue halten?

          Topmeldungen

           Smog hängt über den Dächern von Rom

          Fahrverbote in Rom : Anti-Diesel-Politik ohne Nutzen

          Während in Deutschland noch gestritten wird, macht die Bürgermeisterin von Rom Nägel mit Köpfen: Sie verhängt Fahrverbote für Diesel. Echte Umweltsünder dürfen dagegen weiter in die Stadt.
          Hier funkelt noch nichts: Der Sewelô getaufte Rohdiamant ist derzeit von einer Kohlenschicht umhüllt.

          Nach Sensationsfund : Louis Vuitton im Diamantenfieber

          Eigentlich ist die Marke für Kleidung und Taschen bekannt, jetzt expandiert Louis Vuitton ins Schmuckgeschäft. Der Luxuskonzern kauft den zweitgrößten Rohdiamanten der Welt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.