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Thüringen : Sprengstoff in KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora gefunden

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Ein Sprengstofffund im ehemaligen NS-Konzentrationslagers Mittelbau-Dora sorgt für Aufregung. Bild: dpa

Im Eingangsbereich der thüringischen KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora ist bereits im Januar ein zündfähiger Sprengkörper entdeckt worden. Konkrete Hinweise auf einen politischen Hintergrund gebe es bislang nicht.

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          Ein potentiell gefährlicher Sprengkörper an der Zufahrt der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora im thüringischen Nordhausen beschäftigt seit Wochen Polizei und Staatsschutz. Inzwischen werde wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt, sagte eine Sprecherin der Polizei am Donnerstag. Ein Junge habe den Gegenstand demnach bereits am 19. Januar beim Radfahren im Zufahrtsbereich der Gedenkstätte entdeckt. Erst später bestätigten Untersuchungen des Landeskriminalamts den Verdacht, dass darin „explosionsfähiges Material“ verbaut wurde, so das Innenministerium. Weitere Untersuchungen liefen noch.

          Genauere Angaben zur Art des Gegenstands machten die Beamten nicht. Der Gedenkenstättenstiftung zufolge handelte es sich um „einen zündfähigen Sprengkörper mit ernstzunehmender Wirkung“. Sicher ist laut Polizei, dass es sich nicht um eine Weltkriegsbombe oder Ähnliches handle.

          Der Staatsschutz sei in erster Linie durch die räumliche Nähe zu der Gedenkstätte eingeschaltet worden. Der Polizeisprecherin zufolge gibt es bislang keine konkreten Hinweise auf einen politischen Hintergrund. Dieser sei aber nicht auszuschließen, hieß es auch im Innenministerium.

          Das Konzentrationslager Dora war am 28. August 1943 bei Nordhausen als Außenlager des KZ Buchenwald eingerichtet und im Herbst 1944 als KZ Mittelbau reorganisiert worden. In dem KZ waren etwa 60.000 Häftlinge aus 48 Nationen inhaftiert. Ein Drittel starb wegen der inhumanen Arbeits- und Lebensbedingungen etwa bei der Produktion von V2-Raketen in unterirdischen Stollen.

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