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Renminbi-Handel : China öffnet Währung und Aktienhandel

1,7 Milliarden Tageslimit schon vor dem Abend erreicht: In Hongkong ein Grund zum Feiern. Bild: dpa

Am ersten gemeinsamen Börsentag mit Hongkong strömt das internationale Kapital schneller nach Schanghai als gedacht. Und in Frankfurt fließen die ersten Zahlungen in Renminbi. Deutsche Mittelständler freut es.

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          Mit zwei spektakulären Schritten hat Peking die Attraktivität seines Aktienmarktes und seiner Währung gestärkt. Nach wochenlangem Hin und Her öffnete China am Montag seinen umgerechnet 3,4 Billionen Euro schweren Aktienmarkt (Marktkapitalisierung) für Anleger aus aller Welt. Mit Erfolg: Schon deutlich vor Handelsschluss war die Tagesgrenze in Höhe von 13 Milliarden Yuan erreicht (1,7 Milliarden Euro), bis zu der Investoren über den Umweg eines Maklers in Hongkong von sofort an auch Aktien kaufen dürfen, die nur an der Börse Schanghai gelistet sind.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.
          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Darüber hinaus flossen am Montag in Frankfurt erstmals Zahlungen in der chinesischen Währung Renminbi. Mehr als zehn deutsche Banken, neben der Deutschen Bank und der Commerzbank auch Spitzeninstitute der Volksbanken und Sparkassen wie DZ Bank und Helaba, hätten Konten bei der von Peking als Kooperationspartner benannten Bank of China eröffnet, sagte eine Sprecherin der viertgrößten chinesischen Geschäftsbank dieser Zeitung. Damit können Firmenkunden dieser Banken in Frankfurt als erstem Standort im Euroraum Zahlungen in der noch nicht frei handelbaren chinesischen Währung tätigen.

          Dies ist vor allem für deutsche Mittelständler interessant, die nicht mit Tochtergesellschaften in der Freihandelszone Schanghai ansässig sind. Commerzbank, Helaba und Deutsche Bank berichteten am Montag, zwei Automobilzulieferer, darunter Stabilus, sowie die Büchel GmbH & Co. Fahrzeugteilefabrik KG, ein mittelständischer Firmenkunde der Sparkasse Fulda, hätten in Frankfurt über sie in Renminbi gezahlt.

          Wenn deutsche Unternehmen Renminbi aus China hinausbringen oder Euro in Renminbi tauschen wollten, wurden diese Transaktionen bislang überwiegend über Hongkong abgewickelt. Die neue Verrechnungszentrale (Clearing-Hub) in Frankfurt ist aus Sicht Pekings eine von vielen Initiativen, die Chinas Führung zur internationalen Verbreitung des Renminbi ergreift.

          Vor fünf Jahren nur im Inland erlaubt, ist die Bedeutung der Währung rasant gewachsen. 25 Prozent des chinesischen Außenhandels werden, oft auf Drängen der chinesischen Unternehmen, in Renminbi abgewickelt. Im September erreichte der Renminbi im Zahlungsverkehr Rang sieben mit einem Marktanteil von 1,72 Prozent noch vor dem Schweizer Franken.

          Außerhalb Chinas ist die Währung vor allem in Asien verbreitet, es gibt Renminbi-Zahlungszentren in Singapur, Seoul (Südkorea), Taipeh (Taiwan) und Kuala Lumpur (Malaysia). Im Euroraum sind Renminbi-Zentren in Luxemburg und Paris geplant. Frankfurt ist das erste, das jetzt in Betrieb ging. Deutsche Banken hoffen, dass damit für ihre Firmenkunden die Renminbi-Liquidität in der europäischen Zeitzone spürbar zunimmt, die Akzeptanz der Währung steigt und die Konditionen für Devisen-Terminkontrakte und -optionen zur Währungsabsicherung besser werden.

          Schanghai soll Hongkong überflügeln

          Die Verknüpfung der Aktienbörsen in Schanghai und Hongkong ist dagegen eine der wichtigsten Reformen des chinesischen Finanzmarktes seit Jahren. Bisher konnten Anleger außerhalb Chinas in der Praxis fast ausnahmslos nur solche Aktien festlandchinesischer Firmen erwerben, die an der Börse Hongkong oder an ausländischen Finanzzentren wie Frankfurt und New York gelistet waren. Die Aktie des chinesischen Autoherstellers SAIC etwa, der neben der eigenen Produktion seit 30 Jahren mit Volkswagen Autos in einem Gemeinschaftsunternehmen baut, stieg am Montag um mehrere Prozent.

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