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Geldanlage in Aktien : Das sind die Börsenstars von Morgen

Was kommt nach Netflix, Google und Facebook? Nicht nur an der New Yorker Börse suchen Investoren nach neuen erfolgreichen Aktien. Bild: Reuters

Was kommt nach Netflix, Google und Facebook? Anleger suchen nach aussichtsreichen Firmen. Hier sind ein paar Kandidaten.

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          Das Lufttaxi schwebt. Senkrecht ist es gestartet – natürlich noch unbemannt. Bis das elektronisch betriebene Fluggerät der Münchener Lilium GmbH tatsächlich fünf Leute auf direktem Wege in überschaubarer Höhe über verstopfte Straßen transportiert, ist es wahrscheinlich noch ein paar Jahre hin. Und doch kann man sich vorstellen, dass dieses futuristische Objekt den Nahverkehr revolutionieren wird. Wenn alles gutgeht.

          Inge Kloepfer

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Die Lilium GmbH ist nur eines der unzähligen Unternehmen, die sich daranmachen, Märkte auf Dauer zu verändern oder gar neue zu schaffen. Allerdings arbeiten Neugründungen, die nicht gerade so aufsehenerregende Produkte wie Flugobjekte entwickeln, meist noch unter dem Radar der Kapitalmärkte, zumindest solange sich kein Börsengang oder eine Übernahme abzeichnet. Gleichwohl sind vor allem Profianleger auf der Suche nach genau solchen Firmen, die das Potential haben, die Welt zu verändern wie einst Apple, Facebook, Google oder Amazon. Disruptoren werden sie genannt. Und es kann sich lohnen, auch als Privatanleger ganz früh dabei zu sein.

          Tatsächlich wurde noch nie so viel geforscht und investiert und gegründet. Die neue Welle der schöpferischen Zerstörung, die mit der Digitalisierung begonnen hat, baut sich immer weiter auf und beschleunigt sich. Wahrscheinlich hätte sich sogar der Ökonom Joseph Schumpeter die Augen gerieben, der den Begriff der „schöpferischen Zerstörung“ einst prägte, die heute als Disruption bezeichnet wird. Dabei hatte er nur die erste und zweite industrielle Revolution im Blick. Schon die digitale Revolution, die irgendwann in den siebziger Jahren einsetzte, konnte er nicht vorhersehen. Genauso wenig wie das, was derzeit passiert: Mit Hilfe von lernenden Systemen und auf Basis gigantischer Datenmengen werden Zukunftstechnologien in den Fabrikhallen und im Alltag die Beziehungsgefüge zwischen Menschen und Unternehmen sowie Menschen untereinander dramatisch umkrempeln.

          Welche Technologien prägen die Post-Digitalisierung?

          „Wir stehen tatsächlich vor einem Wendepunkt“, sagt Jürgen Pinkl, der bei der internationalen Beratungsgesellschaft Accenture den Bereich Technologie für Deutschland, Österreich und die Schweiz verantwortet. „Vor jenem nämlich, an dem mehr als die Hälfte aller Unternehmen ihre digitale Transformation abgeschlossen haben.“ Die Digitalisierung ist die Basis neuer technologischer Meilensteine, die die Zukunft prägen werden. Nicht nur er spricht deshalb bereits von einer post-digitalen Ära.

          Treiber dieser Entwicklung ist die Wirtschaft selbst, denn „die Digitalisierung ist zum Standard geworden und bringt den Unternehmen heute keinen Wettbewerbsvorteil mehr“, sagt Pinkl. Die Frage sei inzwischen, welche Technologien den Unternehmen jetzt helfen würden, die Post-Digitalisierung zu prägen. Accenture hat vier Technologie-Bereiche ausgemacht, die das größte Veränderungspotential entfalten werden. Da ist zum einen die Blockchain-Technologie. „Alles, was bisher über einen Agenten, etwa eine Bank oder einen Notar, gelaufen ist, kann nun für die breite Menge ausgerollt werden“, sagt Pinkl. Ein Beispiel: Die Schweizer Börse arbeitet derzeit an einer Blockchain-Handelsplattform, die das Börsengeschäft revolutionieren dürfte. Mit Hilfe von Blockchain-Technologie lassen sich sämtliche Transaktionen fälschungssicher speichern, was Börsengeschäfte vereinfacht und verbilligt.

          Die zweite Entwicklung sei die der Künstlichen Intelligenz, die nicht nur Fabriken, sondern auch Büroprozesse oder die Unternehmenskommunikation mit den Kunden völlig verändert. Ferner die Technologie der Extended Reality, durch die virtuelle Räume entstehen, die sich für vieles, nicht nur für das Entertainment nutzen lassen. „Gerade für Trainingsszenarien wird diese Technologie zunehmend eingesetzt“, sagt Pinkl. Der TÜV-Nord zum Beispiel trainiert mit den dazugehörigen Brillen bereits seine Prüfer, die dann nicht mehr auf Schornsteine klettern müssen, um die Prüftechnik zu erlernen.

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