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Corona : Moderna-Impfstoff zieht Dax nach oben

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Eine Krankenpflegerin bereitet eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Moderna vor. Bild: AP

Ähnlich wie vor genau einer Woche verleihen vielversprechende Testergebnisse eines Corona-Impfstoffs den Aktienmärkten Flügel. Der Wettlauf zwischen den Pharmakonzernen macht der Börse offenbar Spaß.

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          Der deutsche Börsen-Leitindex Dax ist am frühen Nachmittag sprunghaft auf bis zu 13.277 Punkte gestiegen und notierte zuletzt mehr als ein Prozent im Plus. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 legte sogar rund 2 Prozent zu.

          Anlass war eine weitere Meldung über Erfolge beim Test eines Impfstoffs gegen das Coronavirus. Am Montag vor genau einer Woche hatten das deutsche Pharmaunternehmen Biontech und dessen Partner Pfizer eine ähnliche Erfolgsmeldung veröffentlicht und damit für sprunghafte Kurssteigerungen gesorgt. Dabei gerieten allerdings die Aktien von bisherigen Corona-Gewinnern teils stark unter Druck. Das betraf etwa Unternehmen aus den Branchen Lieferdienste, Video-Kommunikation, Streaming oder Heimsport.

          Dieses Mal ist es ein Pfizer-Konkurrent, der von einem Durchbruch bei seinen Tests berichtet. Mit dem amerikanischen Pharmakonzern Moderna hat ein weiterer für Europa relevanter Hersteller vielversprechende Daten für seinen Corona-Impfstoff vorgelegt. Der Impfstoff habe eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent, hieß es in einer Mitteilung von Moderna am Montag. Zudem wurde bekannt, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren zu dem Moderna-Impfstoff beginnt, das eine vergleichsweise rasche Zulassung zum Ziel hat.

          Die EU-Kommission verhandelt derzeit nach eigenen Angaben mit dem amerikanischen Konzern über die Lieferung von bis zu 160 Millionen Impfdosen. Ein Vertrag ist aber noch nicht geschlossen. Vor einer Woche hatte bereits der Mainzer Hersteller Biontech zusammen mit dem Konzern Pfizer bekanntgegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten soll.

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          Die Phase-III-Studie zum RNA-Impfstoff mRNA-1273 von Moderna umfasst insgesamt 30.000 Probanden. Die Hälfte davon hat den Impfstoff erhalten, die andere Hälfte fungiert als Kontrollgruppe und bekommt ein Placebo-Mittel. Insgesamt erkrankten bislang 95 Studienteilnehmer an der Krankheit Covid-19. Davon entfielen nur 5 Fälle auf die tatsächlich geimpften Probanden, 90 Fälle wurden in der Kontrollgruppe diagnostiziert. Daraus errechnet sich eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent. Dabei geht es darum, inwieweit der Impfstoff die Krankheit verhindern kann. Daten, zu welchem Grad mRNA-1273 eine Ansteckung verhindert, gibt es bislang nicht. Für den vollen Impfschutz sind zwei Dosen in zeitlichem Abstand notwendig.

          Moderna will in den kommenden Wochen eine Notfallzulassung bei der US-Arzneimittelagentur FDA beantragen. Auch Anträge bei Zulassungsbehörden anderer Länder seien geplant.

          Das Moderna-Präparat ist ein sogenannter RNA-Impfstoff. Er enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

          Moderna will nach eigenen Angaben bis Ende des Jahres bereit sein, im Falle einer Zulassung rund 20 Millionen Impf-Dosen in die USA zu liefern. Im kommenden Jahr sollen bis zu eine Milliarde Dosen hergestellt werden.

          Zwar haben schon Länder wie Russland, China und kürzlich erst Bahrain Impfstoffe mit Einschränkungen freigegeben und impfen damit bereits Teile der Bevölkerung. Aber wie gut diese Impfungen tatsächlich schützen und welche Nebenwirkungen sie haben können, ist derzeit weitgehend offen.

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