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Wochenausblick : Der B-Mix bestimmt die Börsen

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Nicht nur die Brexit-Problematik wird den Dax auch in der neuen Woche auf Trab halten. Bild: Reuters

Der Brexit-Schock ist nach Ansicht der meisten Marktbeobachter noch längst nicht verdaut und dürfte daher weiter zu Schwankungen an den Börsen führen. Zugleich startet auch die Berichtssaison in Amerika.

          Die Verunsicherung über die Grenzen Europas hinweg ist enorm und die Risiken für die Wirtschaftsentwicklung in der EU steigen, seitdem die Briten am 23. Juni mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt haben. Doch nicht nur die Brexit-Problematik wird den Dax in der neuen Woche auf Trab halten. Italien bereitet ebenfalls Sorgen, und zudem startet in Amerika die Berichtssaison. Außerdem stehen einige Konjunkturdaten auf dem Programm.

          Analyst Sören Wiedau von der Weber Bank warnt bereits vor negativen Auswirkungen des Brexits auf die Gewinne der europäischen Unternehmen: Die Prognosen der Analysten, die im Schnitt noch von einem zehnprozentigen Gewinnwachstum für 2017 ausgingen, stünden auf der Kippe. Stabile Aktienmärkte sind seines Erachtens über Monate nicht in Sicht. Vielmehr dürften Dax & Co. immer wieder zwischen "politischen und ökonomischen Unsicherheiten und den Notenbanken, die bereit sind, geldpolitisch noch expansiver zu werden", hin- und hergerissen sein.

          DAX ®

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          Analystin Mairead Smith von der Deutschen Bank weist zudem darauf hin, dass wesentliche Gefahren auch von den Banken ausehen. Die infolge des Brexit-Votums weiter eingebrochenen Aktienkurse europäischer Banken seien "eine Warnung, die nicht ignoriert werden sollte", schrieb sie und verwies dabei auch auf die aktuelle Bankenkrise in Italien.

          "Die jüngste Erholung des Aktienmarkts steht auf wackligen Beinen", glaubt ein anderer Marktteilnehmer, ist aber optimistisch mit Blick auf den Brexit: "Die Hängepartie ist eingepreist", und hält in den kommenden, umsatzarmen Sommerwochen sogar eine kleine Rally im Dax für möglich. Dafür müssten die Europäische Zentralbank (EZB) und Italien aber unter anderem zeigen, wie sie die italienische Bankenkrise in den Griff bekommen wollen. "Sonst dürfte der Sommer verdammt unruhig werden." Zudem werde die Entwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft USA samt den Schlüssen, die die Notenbanken daraus ziehen, weiter im Fokus stehen.

          Wall Street auf dem höchsten Stand seit einem Jahr

          Hoffnung für die neue Börsenwoche machen hingegen die Vorgaben: Die Wall Street und die Tokioter Börse haben bereits sehr stark vorgelegt. Dank des überraschend guten amerikanischen Arbeitsmarktberichts für den Juni konnten die wichtigsten Indizes in den Vereinigten Staaten die charttechnischen Widerstände brechen, die ihren Aufschwung zuletzt noch aufgehalten hatten.

          S&P 500

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          Der marktbreite S&P-500-Index sprang auf den höchsten Stand seit Sommer vergangenen Jahres. Ihm fehlen beim Stand von 2129 Punkten gerade noch 5 Punkte zu einem neuen Rekord.

          In Japan zogen die Anleger am Morgen nach und schoben den Nikkei-225-Index um 4 Prozent nach oben. Für die besonders gute Stimmung sorgte der Wahlsieg des Regierungslagers um den Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Am Markt wird nun mit weiteren Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft gerechnet.

          So sind es denn auch in der neuen Woche in erster Linie wieder Konjunkturdaten, die besondere Beachtung finden dürften. Am Mittwoch stehen für den Euroraum die Daten zur Industrieproduktion im Mai an, am Freitag die für China und Amerika. Zudem kommen am Donnerstag neue Preisdaten für den Monat Juni aus den Vereinigten Staaten in die Märkte sowie tags darauf die Einzelhandelsumsätze für Juni.

          Zugleich startet auch die Berichtssaison in Amerika wieder und wird am Montag traditionell vom Aluminiumkonzern Alcoa eröffnet, der als wichtiger Wirtschaftsindikator zählt, da Leichtmetalle in zahlreichen Branchen verwendet werden. Am Donnerstag und Freitag folgen die zwei Großbanken JPMorgan und Citigroup mit ihren Berichten zum zweiten Quartal. In Deutschland wird der im MDax notierte Autozulieferer Hella vorläufige Geschäftsjahreszahlen für 2015/16 vorlegen.

          Zudem endet am Dienstag die Frist für die Aktionäre der Deutschen Börse, die im Zuge der Fusionspläne mit der Londoner Börse ihre Aktien andienen können. Rund eine Woche zuvor hatten die LSE-Aktionäre bereits für einen Zusammenschluss gestimmt. Allerdings könnten sich die Modalitäten durch das Brexit-Votum ändern, denn ein Sitz der Holding in London stößt auf heftigen Widerstand bei Politikern und erst recht bei den Börsenaufsehern in Deutschland.

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