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Aktienmarkt : Auch SMA Solar erwischt die Branchenkrise

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Zunehmend unter Druck Bild: dpa

Die Krise der Solarbranche scheint ein Unternehmen nach dem anderen zu verschlingen.Der Zulieferer SMA Solar gerät zusehends unter Druck. Der Aktienmarkt schließt derweil im Minus.

          Die deutsche Solarindustrie kommt nicht aus der Krise: Ein neuerlicher Nachfrageeinbruch in Europa gefolgt von Überkapazitäten und Preisverfall setzt der ohnehin seit Jahren gebeutelten Branche weiter zu. Nach Solarworld musste nun auch der Solartechnikkonzern SMA Solar seine Ziele für 2014 zusammenstreichen.

          Statt eines Gewinns rechnet Vorstandschef Pierre Pascal Urbon erneut mit einem Verlust. Als Gegenmaßnahme streicht er weitere 600 der insgesamt 5000 Stellen, wie SMA am Mittwoch mitteilte. „Nach intensiven Gesprächen mit Kunden auf den Leitmessen in China, Europa und Nordamerika sowie eigenen Marktanalysen rechnen wir im Gesamtjahr 2014 weltweit mit einer stagnierenden Nachfrage nach Solarstromsystemen“, sagte Urbon. Am Aktienmarkt ist die Reaktion naturgemäß heftig. Fast 12 Prozent verlor der Aktienkurs und fiel damit auf Jahrestief.

          Die Finanzmärkte legten unterdessen abermals eine Berg- und Talfahrt hin. Nachdem die Wirtschaft der Vereinigten Staaten im zweiten Quartal hochgerechnet überraschend stark um vier Prozent gewachsen ist., trieb das zunächst die Kurse an. Zum Handelsende aber fiel der Dax um 0,6 Prozent auf 9594 Punkte. Der mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildende F.A.Z.-Index gab gleichermaßen auf 1967 Zähler nach. In den Vereinigten Staaten ist das Bild dagegen uneinheitlich. Verlusten des Dow Jones und des S&P-500 steht eine positive Entwicklung der Nasdaq gegenüber.

          Überwog zuerst die Freude über eine robuste Expansion der amerikanischen Wirtschaft, so belasteten alsbald Spekulationen auf eine baldige Anhebung der amerikanischen Leitzinsen. Helaba-Analyst Johannes Jander rechnet der Experte mit Blick auf die Notenbank-Sitzung am Abend damit, dass die amerikanische Fed ihr Anleiherückkaufprogramm weiter drosseln wird. Öl ins Feuer goss dabei der frühere Notenbankpräsident Alan Greenspan, der in einem Fernsehinterview gesagt hatte, dass er mit einer signifikanten Korrektur am Aktienmarkt rechne, nachdem die Kurse in den vergangenen Jahren so deutlich gestiegen seien.

          Wenig bewegten dagegen die Sanktionen gegen Russland. Am stärksten war die Reaktion noch beim russischen Rubel, der zeitweise spürbar unter Druck geriet. Ansonsten hielten sich die Ausschläge sowohl an den Börsen als auch am Finanzmarkt Russlands in Grenzen. Die Sanktionen seien in Art und Umfang mehr oder weniger erwartet worden, hieß es von Commerzbank-Analyst Simon Quijano-Evans zur Begründung.

          Osram gingen nach einer zunächst positiven Reaktion auf Eckdaten und eine geplante Restrukturierung mit mehr als 8 Prozent in die Knie. Analyst Klaus Ringel von der Quirin Bank sieht es als unsicher an, ob sich der Lichttechnik-Hersteller schnell genug auf neue Technik einstellen und zukunftssicher aufstellen kann. Osram muss weltweit rund 7800 Stellen streichen.

          Infineon gaben nach Vorlage der Quartalsbilanz 3,5 Prozent nach. Eine Erhöhung der Jahresziele wurde laut Händlern erwartet und skeptische Analystenkommentare geben nun erst einmal zu denken. Commerzbank-Analyst Thomas Becker gab seine positive Einschätzung der Aktie auf, und rät sie nur noch zu halten.

          Bayer gewannen hingegen 1,5 Prozent, obwohl die Leverkusener im zweiten Quartal hinsichtlich Umsatz und Gewinn die Markterwartungen verfehlt haben . Vor Handelsstart wurde aber noch eine weitere Zulassung für das Augenmittel Eylea in den Vereinigten Staaten gemeldet.  Noch besser schlagen sich Airbus, die rund 3,5 Prozent zulegen. Dies ist eine Reaktion auf einen besser als erwarteten Umsatz und Gewinn.

          Der Kurs der Twitter-Aktie schießt derweil in den Vereinigten Staaten um 22 Prozent nach oben. Rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sind so viele Kurznachrichten über das Online-Netzwerk verschickt worden wie noch nie. Die Zahl der Nutzer stieg im zweiten Vierteljahr um fast ein Viertel auf 271 Millionen.

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