Merkel im Deutschen Theater : „Man würde sagen, die hat uns die ganze Zeit belogen!“

Bei der Buchpremiere von Angela Merkel bleibt ihre Ko-Autorin unsichtbar hinterm Vorhang. Und auf der Bühne versucht die ehemalige Kanzlerin, die Kontrolle über ihre Geschichte zu bewahren. Eine Betrachtung der Inszenierung.
In Stapeln türmen sich die blauen Exemplare von Angela Merkels Buch „Freiheit“ im Foyer des Deutschen Theaters Berlin. Es ist der Abend der Buchpremiere, die Memoiren sind schon signiert. Die Bundeskanzlerin a. D., so wird es ihre Verlegerin Kerstin Gleba bei der Begrüßung sagen, habe diese am Vortag „in rasanter Geschwindigkeit unterzeichnet“. Viele der Besucher kaufen sich ein Exemplar schon vor Beginn der Veranstaltung und stehen geduldig Schlange. Merkels Ehemann Joachim Sauer bahnt sich seinen Weg durch die Menge; der Schauspieler Ulrich Matthes umarmt jemanden; der Schriftsteller Rainald Goetz steht, etwas erhöht, auf einer Treppenstufe und betrachtet mit ernstem Gesicht die Szenerie. Hauptstadtjournalisten begrüßen andere Hauptstadtjournalisten. Stefan von Holtzbrinck, Geschäftsführer der Verlagsgruppe, die Merkels politische Erinnerungen für eine wahrscheinlich exorbitante Summe eingekauft und in mehr als 30 Länder verkauft hat, sagt im Gespräch: Bei manchen Büchern gehe man gerne Risiken ein. Wie groß das finanzielle Risiko ist, verrät er aber nicht.


