Neue Nationalgalerie : Die Männer, die Frauen und all die anderen

Verbotene Blicke: In Berlin zeigt die Neue Nationalgalerie die intimen, selten gesehenen Männerbilder von Andy Warhol, und eine Retrospektive widmet sich den Körperbildern von Francis Picabia.
Eines kann man gleich vorweg sagen über die Ausstellung, die an diesem Wochenende in der Neuen Nationalgalerie in Berlin eröffnet: Es ist nicht die hundertste Schau der immer gleichen Warhol-Bilder, die in allen Museen der Welt hängen und die man schon etwas zu oft gesehen hat. Und es ist auch keine Ausstellung, in die man mit den Schwiegereltern und den Kindern gehen sollte, weil man denkt, Warhol ist ja immer schön mit seinen riesigen popbunten Porträts und den dekorativen Siebdruck-Blumen und Suppendosen zwischen Konsumkritik und -verherrlichung. Was „Andy Warhol. Velvet Rage and Beauty“ (Neue Nationalgalerie, bis 6. Oktober) zeigt, ist ein Warhol, wie man ihn so noch nicht zu sehen bekam – auch, weil viele der in Berlin versammelten Werke den Künstler zu der Zeit, in der sie entstanden, ins Gefängnis hätten bringen können.
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