Pop-Anthologie (103) : Irgendwie griechisch – oder?

In einer Jerusalemer Billardhalle machten Spürnasen einen alten Mann ausfindig, dessen kuriose Musik vergessen war: Das Tanzlied „Dili Dili“ von Koko wirft ein Licht auf den „Israeli Greek Craze“ der Sechziger und Siebziger.
„Dili, dili, dili, dili, / dili, dili, deli / Pechte apopse na chorepso / ena tsifteteli“: Der Mann, der diese Zeilen zu schnell vorantreibender Tanzmusik singt, heißt Yaakov Ben Hemo. Auf dem Cover seines Albums trägt er ein Siebzigerjahre-Disco-Outfit: Schlaghosen und ein buntes, fast bis zum Bauchnabel geöffnetes Hemd. Er blickt die Betrachter fordernd und zugleich wehmütig an, seine Hände hat er in die Hüften gestemmt. Der Schriftzug „Koko“, in Israel ein gängiger Spitzname für Yaakov, wurde auf Hebräisch sowie in lateinischen Buchstaben in das Foto hineinmontiert. Auf Ben Hemos Brust prangt keine Discokugel, sondern eine imposante Davidstern-Kette.





