Saisoneröffnung in Mailand : Erstickte Trauer einer Königin

Glanzvolle Saisoneröffnung an der Mailänder Scala: In Verdis „Don Carlo“ zeigen sich Anna Netrebko und Elīna Garanča auf dem Gipfel ihrer Kunst.
Wie jedes Jahr zum Ambrosiustag gleicht das Teatro alla Scala in Mailand einer Festung. Die Via Santa Margherita und die Piazza della Scala vor Italiens berühmtestem Opernhaus sind weiträumig abgesperrt durch Carabinieri. Durchgelassen wird nur, wer eine Eintrittskarte zur Inaugurazione, zur Saisoneröffnung, dieses Jahr mit Giuseppe Verdis „Don Carlo“, vorweisen kann. Denn irgendwer im Lande nutzt immer die gesteigerte Aufmerksamkeit, welche die Oper in Italien – recht äußerlich freilich und arg ritualisiert – noch genießt, um lautstark, auch gewaltbereit seine politischen Ansichten vorzutragen. Dieses Mal dröhnen Judenhasser, auch Italien hat sie, hinterm Dante-Denkmal: „Libertà, libertà, Palestina libera“ (Freiheit, Freiheit, freies Palästina). Auf den Transparenten steht: „Stoppt den Völkermord“.


