Porträt von Thomas Jolly : Tim Burton des französischen Theaters

Anspruchsvoll und populär zugleich: Ein Porträt des französischen Theaterregisseurs und theatralischen Senkrechtstarters Thomas Jolly, der in Paris und weit darüber hinaus für Furore sorgt.
Der König ist tot. Aus dem offenen Grab von Henry V. steigt Kunstnebel auf. Die Trauergäste werfen Erde hinein, kerzengelbes Licht von der Rampe gibt ihren Gesichtern das Relief von Masken. Zu klagender Fantasy-Cellomusik deklamieren sie Gedenkreden – da bricht die Bass-Threnodie ab und schlägt in Gekeife um: Gloucester und Winchester geraten einander in die Haare. Kaum haben die anderen Granden des Königreichs die beiden zum Schweigen gebracht – die Bühnenbeleuchtung beschwört hier die Buntglasfenster einer Kathedrale herauf –, stürzen Boten auf die Bühne und melden einen Gebietsverlust nach dem anderen im englisch besetzten Teil Frankreichs.


