„Franziska Linkerhand“ : Sie träumt von einer Architektur mit menschlichem Antlitz

Daniela Löffner inszeniert die Geschichte von „Franziska Linkerhand“ am Deutschen Theater. Sie nimmt die Konflikte ernst – und bleibt dennoch machtlos gegenüber der zu starken Romanvorlage.
Einmal zumindest springt im Deutschen Theater Berlin der Funke über, reagiert das heutige Publikum überrascht auflachend auf einen Satz, den die Leser 1974 gewiss sofort dechiffriert hatten: „Keine Mauer ist so stark, dass sie nicht eines Tages einfällt...“, sagt da die junge Architektin, die sich nicht damit abfinden kann, dass sie immer bloß im „typisierten Wohnungsbau“ respektive großflächigen Plattenbau eingesetzt wird, im Kreise der Kollegen. Lieber würde sie frei entwerfen und mit individualisierten Lösungen auf die Bedürfnisse der Mieter nach Abschottung und Gemeinschaft, Praktikabilität und Schönheit reagieren. Doch die Partei sieht das anders, und gegen die dogmatischen Anordnungen der zuständigen Plankommission und deren starre Kostenvorgaben helfen weder Argumente noch Emotionen.





