Salzburger Festspiele : Zur Macht gelangter Schwadroneur

Romeo Castellucci inszeniert „Don Giovanni“ in Salzburg. Dabei wird Mozarts Musik zum Material für den neuen Führerkult um Teodor Currentzis.
Das konnte nicht anders sein. Das musste eine Sensation werden. Nach der Inszenierung der „Salome“ von Richard Strauss war der italienische Regisseur Romeo Castellucci vor drei Jahren in Salzburg als Lichtgestalt eines magisch-mythischen Theaters gefeiert worden. Für Mozarts „Don Giovanni“ wurde ihm der für eine fest eingepreiste Überwältigung einzig vorstellbare Partner zugewiesen: der Dirigent Teodor Currentzis, dem die zeitgemäße Bewunderung dafür gezollt wird, dass er den Opernbetrieb aufmischt. Folglich meldete der mediale Wetterbericht schon früh, dass das „Potenzial für Erregungen in der Luft“ liege; wenige Stunden nach der Aufführung war in einer Kritik des Bayerischen Rundfunks zu lesen, dass der Dirigent seine Pflicht erfüllt habe: Mozart – na, was wohl? „gegen den Strich zu bürsten“.





