#MeToo-Kommentar : Ian Burumas Sturz

Als Chefredakteur der renommierten „New York Review of Books“ wollte Buruma kontroverse Stimmen zur MeToo-Debatte abbilden. Massiver Twitter-Protest auf einen Beitrag hin kostete ihn den Posten.
Wehe denen, die den Zorn der MeToo-Bewegung auf sich laden, indem sie, ohne jede Rechtfertigungsabsicht, nichts weiter fordern als eine nuanciertere Betrachtung der Sexismusdebatte mit deren bisweilen totalitaristischen Zügen. Den niederländisch-britischen Publizisten Ian Buruma hat der Versuch, auch die Perspektive eines Beschuldigten zu berücksichtigen, jetzt um seinen Posten des Chefredakteurs der Literaturzeitschrift „New York Review of Books“ gebracht. In ihrer nächsten Ausgabe bringt die angesehene Publikation drei Texte zum Titelthema „Der Sturz der Männer“, darunter einen Beitrag des einst beliebten kanadischen Hörfunkmoderators Jian Ghomeshi über seinen persönlichen Sturz, nachdem er einige Jahre vor der explosionsartigen Verbreitung des MeToo-Hashtags grober sexueller Übergriffe beschuldigt wurde.






