Bodensee-„Tatort“-Folge „Rebecca“ : Er will nicht ihr neuer Meister sein

Seit ihrem zweiten Lebensjahr wurde das Mädchen gefangen gehalten. Jetzt ist ihr „Erzieher“ tot, und sie sucht einen neuen: Der Bodensee-„Tatort“ geht mit einem furiosen Psychodrama auf die Zielgerade.
Wenn man die Welt nur durch grüne Brillengläser wahrnimmt, muss alles grün erscheinen, ohne dass man einen Begriff dafür hat: Die sogenannte Kant-Krise des Heinrich von Kleist, diese idealistische Rückbindung der Wahrheit an die Wahrnehmung, lässt sich erzählerisch immer neu fruchtbar machen, auf radikalste Weise wohl durch Kaspar-Hauser-Anordnungen. Eine solche wählt der erstaunlich starke, sich behutsam seinem delikaten Sujet nähernde „Tatort“ in der Regie des vielversprechenden jungen Regisseurs Umut Dag. Es ist die vorletzte Bodensee-Episode, bevor diese Dienststelle entgegen dem Trend dichtgemacht wird.





