Marcel Duchamp in München :
Er erlebte seine totale Befreiung

Von
Brita Sachs
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Wurde in München der Grundstein für Marcel Duchamps Werk gelegt? Die Stadt besinnt sich auf ihren berühmten Gast im Jahr 1912 mit einer Schau im Lenbachhaus und einer Künstlerrecherche.

Marcel Duchamp reiste im Sommer 1912 nach München. Er brauchte Abstand zu Paris, wo er gerade nicht recht wusste, wie es weitergehen sollte mit der Kunst, mit der Liebe und mit den Künstlerfreunden. Der Salon des Indépendants hatte seinen „Akt, die Treppe hinabsteigend Nr. 2“ abgelehnt, weil engstirnige Hardliner-Kubisten um Albert Gleizes und Metzinger die Bedeutung dieses Schlüsselwerks verkannten, das den Kubismus um das Motiv der Bewegung erweitert. Duchamp holte sein Bild ab und stieg in den Zug. In München lebte ein Freund, Duchamp nannte ihn nach seinem Hauptmotiv den „Kuhmaler“, richtig hieß er Max Bergmann. Man kannte sich seit Bergmanns Aufenthalt in der Kunstmetropole Paris, der zwar an dessen Malerei bemerkenswert spurlos vorüberging, dafür aber amüsierten sich die beiden Jungkünstler prächtig mit gemeinsamen Zügen durch Pariser Nächte und erotischen Eskapaden. Bergmann hatte seinen Pariser Copain aufgefordert, ihn zu besuchen, und beherbergte ihn für ein paar Tage.

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