Zeitgenossen-Auktionen : Von den zeitgenössischen Markthelden hängt (fast) alles ab
Es geht Schlag auf Schlag im engen Gefecht der New Yorker Auktionswoche mit Impressionismus, Moderne und Gegenwartskunst. Werke von Gerhard Richter stehen dabei im Zentrum des Geschehens.
Die Gesamterwartung für die prestigereichen Abendauktionen von Christie’s, Sotheby’s und Phillips liegt bei mindestens 536 Millionen Dollar. Aber oberhalb der Fünfzig-Millionen-Dollar-Grenze für ein einzelnes Werk wird es dünn. Der Abend mit Impressionismus und Moderne bei Sotheby’s am 14. November wird angeführt von Edvard Munchs Gemälde „Mädchen auf der Brücke“. Das seit seiner Entstehung 1902 vielfach ausgestellte Bild mit dem berühmten Motiv kam 1968 nach Los Angeles, als es der Industrielle und Kunstsammler Norton Simon kaufte. 1996 brachte es dann sieben Millionen Dollar (inklusive Aufgeld 7,7 Millionen), damals der Rekord für Munch, als es aus der Cherry-Kollektion unter den Hammer kam. Jetzt wurde es von einem ungenannten Sammler eingeliefert, der es 2008 bei Sotheby’s für 27,5 Millionen Dollar (inklusive Aufgeld 30,8 Millionen) erwarb. Die aktuelle Schätzung liegt auf Anfrage bei „in excess of“ fünfzig Millionen Dollar – mithin das höchsttaxierte Los der aktuellen Moderne- und Gegenwartsauktionen überhaupt. „Mädchen auf der Brücke“ ist sowohl mit einer Garantie von Sotheby’s versehen als auch mit unwiderruflichem Gebot einer dritten Partei: Es kann also nichts schiefgehen bei diesem Geschäft. Insgesamt 43 Lose kommen zum Aufruf – erwähnenswert ist noch ein Picasso von 1963, „Le peintre et son modèle“ (Taxe 12/16 Millionen Dollar). Die Gesamterwartung liegt bei 145,8 bis 186,5 Millionen Dollar.





