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Sammlung Citoler für Saragossa : Die Werke der Zahnärztin

  • -Aktualisiert am

Miró, Picasso, Tàpies: Eine der umfangreichsten Privatkollektionen zeitgenössischer Kunst in Spanien gehört Pilar Citoler. Werke im Wert von zehn Millionen Euro gehen nun an die Stadt Saragossa.

          Die Zahnärztin Pilar Citoler hat seit 1969 eine der größten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst in Spanien zusammengetragen, Skulpturen, Bilder, Zeichnungen, Graphik, Video und Fotografie. „CircaXX“ ist der Titel der insgesamt 1205 Werke spanischer und ausländischer Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute. Citoler hat stets selbst ausgewählt und überwiegend in spanischen - das bedeutete in den sechziger und siebziger Jahren Madrider - Galerien gekauft: Tàpies, Barceló, Miró, erotische Graphik von Picasso, Entwürfe des Bildhauers Julio González.

          Die für wichtige spanische Strömungen stehenden Maler Antonio Saura, Rafael Canogar, Luis Feito gehören dazu, genau wie José Manuel Broto und José María Sicilia, Antoni Clavé, Zush, Soledad Sevilla, Eva Lootz und Jaume Plensa. Aber auch Zeichnungen de Chiricos, Lithographien Fernand Légers, Arbeiten von Rauschenberg, Warhol, Le Corbusier oder Julian Schnabel finden sich. Es sind Künstler und Werke, die Citoler ansprachen, die vom Ende der sechziger Jahre an die ersten internationalen Ausstellungen spanischer Galerien widerspiegeln; einzelne Stücke erhielt sie auch von den Künstlern in ihrem Freundes- oder Patientenkreis.

          Nach langer Suche hat die Sammlung eine neue Bleibe gefunden

          Seit Jahren reisen Teile der Sammlung als Sonderausstellungen durch das Land. Fotografien etwa von Candida Höfer, Roland Fischer, Chema Alvargonzález, James Casebere oder Montserrat Soto. Der nach Citoler benannte „Internationale Preis für Zeitgenössische Fotografie“ gehört zu den wichtigsten in Spanien. Als Sammlerin wurde sie auf der Kunstmesse Arco geehrt, und sie stand dem Patronat des Reina-Sofía-Museums vor. Für ihre Sammlung suchte die 1939 in Saragossa geborene Junggesellin seit einigen Jahren eine Bleibe. Valencia war im Gespräch, Córdoba verhandelte sechs Jahre lang - und warb neben seinem historischen Erbe mit Citolers Sammlung für sich als Kulturhauptstadt 2016. Doch die Versuche scheiterten, nicht zuletzt an den geschrumpften Etats in der Wirtschaftskrise.

          Doch jetzt hat Saragossa, die Hauptstadt Aragoniens, den Zuschlag erhalten. Noch sitzen die Anwälte über den Verträgen, doch die Schätzung ist abgeschlossen und ein Ausstellungsort bestimmt. Knapp zehn Millionen Euro sei die Kollektion wert, die in die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Regionalregierung Aragoniens integriert werden soll. Damit ist auch Citoler einverstanden; sie überlässt 85 Prozent davon uneigennützig, für den Rest erhält sie 1,5 Millionen Euro. Die sozialistische Opposition kritisiert das: Die Kassen seien leer, man hätte sich eine kostenlose Überlassung der Kunstsammlung gewünscht. Und dem Künstlerverband Aragoniens (CAAV) ist angst und bange vor den Folgekosten für die Pflege der Werke. Gezeigt werden sie jedenfalls von 2014 an im Aragonesischen Institut zeitgenössischer Künste und Kultur Pablo Serrano, kurz Museum Pablo Serrano.

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