Rückgabe von NS-Raubkunst : Die Papier-Kommission

Aus Empfehlungen der Limbach-Kommission sollen Entscheidungen werden. Die Ablösung von Moral durch Recht ist ein Irrweg, wenn der Staat seinem eigenen guten Willen nicht traut.
Als vor zwanzig Jahren die Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus jüdischem Besitz, ihre Arbeit aufnahm, waren Richard von Weizsäcker und Rita Süssmuth unter den ersten Mitgliedern. Bis heute gehört die frühere Bundestagspräsidentin der Kommission an, die ihren zwanzigsten Geburtstag am Donnerstag mit einer denkwürdigen Festveranstaltung im Jüdischen Museum Berlin beging. Es wurden nicht nur Fachleute aus Rechtswissenschaft und Kunstgeschichte in das von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden gemeinsam eingerichtete Gremium berufen. Weizsäcker und Süssmuth brachten ihr persönliches Ansehen ein. Die Wirksamkeit der Kommission beruht auf moralischer Autorität. Wo das Recht, weil seine Fristen abgelaufen sind, den Beraubten und ihren Erben nicht mehr helfen kann, soll dennoch eine faire und gerechte Lösung im Einzelfall gefunden werden.
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