Gemälde im Schnee :
Wenn Meisterwerke dem Wetter trotzen

Von
Rainer Stamm
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Sie mussten nicht lange draußen bleiben: Konrad Lueg, Gerhard Richter und Sigmar Polke 1964 vor der Galerie Parnass in Wuppertal.
Sie mussten nicht lange draußen bleiben: Konrad Lueg, Gerhard Richter und Sigmar Polke 1964 vor der Galerie Parnass in Wuppertal.ZADIK/Universität zu Köln/Rolf Jährling

Munch und Nolde setzen ihre Gemälde Naturgewalten aus. Auch van Gogh und Richter präsentieren ihre Werke unter freiem Himmel. Ein Blick auf ungewöhnliche Kunstpraktiken.

Wenn wertvolle Gemälde heute für Ausstellungen angefragt werden, sind die Hürden hoch: Versicherungsprämien sind zu kalkulieren und strengste konservatorische Vorgaben zu berücksichtigen. Kunstwerke werden daher in Klimakisten transportiert, die sich vor dem Ein- und Auspacken 24 Stunden akklimatisieren müssen, um die kostbaren Stücke beim Transport möglichst keinen Temperaturschwankungen auszusetzen. Die Malschicht könnte sonst brüchig werden. Besonders wertvolle Gemälde reisen zudem in Spezialkisten, die mit Schwingungsdämpfern ausgestattet sind. Dass diese heute selbstverständlichen, Ausstellungsplanungen in horrende Kosten treibenden Standards kaum mehr als vierzig Jahre alt sind, bezeugen ältere Sammler, Kunsthändler und Museumskollegen, die Kunstwerke noch in Decken oder Luftpolsterfolie gehüllt im Kofferraum zu Ausstellungen transportierten.

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